Nach über 40 Jahren - Kultfilm "Baal" mit Fassbinder im Kino

Sigi Graue als Ekart (r.) und Rainer Werner Fassbinder als Baal in einer Szene des Kinofilms "Baal".
Sigi Graue als Ekart (r.) und Rainer Werner Fassbinder als Baal in einer Szene des Kinofilms "Baal".
Foto: Volker Schloendorff/Weltkino Filmverleih/dpa
Was wir bereits wissen
Nach 44 Jahren Aufführungsverbot kommt jetzt Volker Schlöndorffs Kultfilm "Baal" mit dem legendären Filmemacher Rainer Werner Fassbinder in der Hauptrolle erstmals ins Kino. Der Film lief 1970 ein einziges Mal im Hessischen Rundfunk. Danach verbot Brecht-Witwe Helene Weigel weitere Aufführungen.

Berlin.. Wiedersehen mit Rainer Werner Fassbinder: Nach 44 Jahren Aufführungsverbot kommt jetzt Volker Schlöndorffs Kultfilm «Baal» mit dem legendären Filmemacher Fassbinder in der Hauptrolle erstmals ins Kino. Der damals erst 24-Jährige spielt in der Adaption des frühen Brecht-Stücks einen lebensgierigen, ausschweifenden, selbstzerstörerischen Dichter - und nimmt damit viel von der eigenen Biografie vorweg. Er starb 1982 nach einem wilden Leben mit 37 Jahren an Herzstillstand.


Der Film lief 1970 ein einziges Mal im Hessischen Rundfunk. Danach verbot Helene Weigel, die Witwe von Bertolt Brecht, weitere Aufführungen. «Der Film passte ästhetisch und politisch nicht in ihr offizielles Brecht-Bild», sagte Regisseur Schlöndorff kürzlich am Rande der Berlinale.

Laien-Projekt "Baal" Die Erben hoben den Bann schließlich auf - sie ließen sich von dem Argument überzeugen, dass der Film als einer der ersten Auftritte Fassbinders auch dokumentarische Bedeutung habe.


Zu sehen sind langjährige Weggefährten Fassbinders wie Hanna Schygulla, Günther Kaufmann, Walter Sedlmayr, Hark Bohm und Margarethe von Trotta. Die Filmmusik stammt von Klaus Doldinger, der die Brecht-Lieder neu vertonte. Für die restaurierte Fassung wurden Bild und Ton gründlich überarbeitet. «Ich kenne den nicht, der diesen Film gemacht hat», sagte Schlöndorff (74) über Schlöndorff (29). «Ich war verblüfft von meiner eigenen Radikalität, aber auch von der Intuition bei der Besetzung.» (dpa)