Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Men in Black

"Men in Black" - Aliens auf Zeitreise

23.05.2012 | 17:36 Uhr
"Men in Black" - Aliens auf Zeitreise
Men in Black 3: Agent J (Will Smith, li.) und Agent K (Tommy Lee Jones) stöbern Außerirdische auf. (Foto: Sony Pictures)

Essen.   Zehn Jahre hat es gedauert, bis man sich zu einem dritten Teil des Alien-Spektakels „Men in Black“ aufgerafft hat. Drauf gewartet hat man sicher nicht, im Grunde war alles erzählt. Doch Regisseur Barry Sonnenfeld schafft das Kunststück eines gelungenen Films.

Im Kino kommt man derzeit nicht raus aus der Retro-Schiene. Tim Burtons „Dark Shadows“ feiert das Fernsehen der frühen Siebziger, Wes Andersons „Moonrise Kingdom“ weckt Sehnsucht nach den Sechzigern. Und nun treten auch die „Men in Black“ bei ihrem Leinwand-Comeback in 3D die Zeitreise rückwärts an. Der Showdown steigt am 16. Juli 1969 auf Cape Caneveral, dem Tag, an dem Apollo 11 Richtung Mond abhebt.

Mit geschicktem Kniff zum Prequel

Zehn Jahre nach dem letzten Film hat man sich also entschlossen, mit einem geschickten Kniff aus der Nummer 3 eine Art Prequel zum bisher Gesehenen zu machen. Aber das ist es längst nicht allein, was die müden Erwartungen an einen dritten Film fast in Entzücken verwandelt. Es ist vielmehr die Tatsache, dass Stamm-Regisseur Barry Sonnenfeld nicht zum müden Routinier geworden ist, sondern immer noch bereit ist, eine verrückte Geschichte mit verblüffender Logik zu servieren.

Der Grundkurs für Spätgeborene: Die Agenten K (Tommy Lee Jones) und J (Will Smith) arbeiten für eine geheime Agency, die sich um den wachsenden Strom von Aliens kümmert, der die Erde heimsucht. Und für den Fall, dass einfache Bürger Zeugen von grotesken Einsätze gegen noch groteskere Wesen werden sollten, hat die Agentur einen Stick, der Erinnerungen an solche Begebenheiten tunlichst auslöscht.

Ziemlich stämmiger Brocken

Die Tragikomödie mit vielen Rassen und zwischen den Zeiten beginnt mit dem Ausbruch des Bogloditen Boris („Das Tier“) aus einem Hochsicherheitsknast auf dem Mond. Bogloditen sind ziemlich stämmige Brocken und zeichnen sich durch gefährliche Parasiten aus, die in ihren Handflächen leben. Agent K hat ihm einst bei der Festnahme einen Arm weggeschossen, weshalb er nun Rache schwört. Er will in der Zeit 40 Jahre zurückgehen, um K so frühzeitig zu liquidieren, dass der Arm gar nicht erst in Gefahr gerät. Der Plan scheint zu funktionieren, denn der K der Gegenwart wird von jetzt auf gleich weggesogen aus seiner Realität.

Blick in die Wohnzimmer

Wie nun sein Partner J sich ebenfalls auf den zeitlichen Rückweg begibt, um das Schlimmste ungeschehen zu machen, das gerät zum Herzstück von „Men in Black 3D“, bei dem man sich das Dreidimensionale, wie so oft, ruhig hätte schenken können. Man verliert zwar Tommy Lee Jones aus den Augen, der allein durch Stillsitzen mit unbewegter Miene Komik erzeugt. Dafür findet man Josh Brolin, der den Alien-Jäger mit bemerkenswertem Ergebnis in seinen jungen Jahren darstellt. Nicht Ähnlichkeit ist Trumpf, mehr schon ist es Brolins Sprechweise und die Gestik, die Jones immer gegenwärtig sein lässt.

Überdimensionale Köpfe

Sonnenfeld und sein Team gehen ungemein liebevoll mit dem Stoff um. Die Aliens der Hippie-Zeit etwa hat man den Vorstellungen angepasst, die damals durch das Kino geprägt wurden – vor allem also überdimensionale Köpfe, durchzogen von starkem Aderwerk. Man macht einen Abstecher in die legendäre „Factory“ von Andy Warhol, bei dem die wahre Profession dieses Künstlers nun endlich enttarnt wird. Es spricht für den kauzigen Humor des Films, dass all das Künstlervolk um Warhol herum sich auf den ersten Blick nicht sehr viel von den auftretenden Aliens unterscheidet.

Es ist Popcornkino der sorgfältigen Art. Manchmal meint man gar, sich gespiegelt zu sehen. Immer dann, wenn Sonnenfeld in diverse amerikanische Wohnzimmer blickt, wo zwischen den kräftigen Farben jener Jahre Menschen voller Spannung auf den Start von Apollo 11 warten. Sie ahnen gar nicht, was sich da noch kurz vor dem Start alles abspielt.

Arnold Hohmann


Kommentare
Aus dem Ressort
Nur noch kurz die Welt retten - „The Amazing Spider-Man 2“
Action
In „The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“ stürzt sich Andrew Garfield alias Peter Parker in seinem blau-roten Kostüm wieder in die Abgründe von Manhattan. Es gibt (natürlich) zahlreiche Konflikte, Superschurken und auch eine schöne Dame, die gerettet werden muss.
Helen Mirren mit Bryan Cranston für "Trumbo" im Gespräch
Hollywood
Helen Mirren könnte bald mit "Breaking Bad"-Star Bryan Cranston vor der Kamera stehen, Brad Pitt will das Militärdrama "The Operators" auf die Leinwand bringen, der Trailer für einen der letzten Filme von Philip Seymour Hoffman ist da: Lesen Sie, was es diese Woche Neues aus Hollywood gibt.
Tresorknacker mit großer Klappe - Jude Law als Dom Hemingway
Gangsterposse
Große Klappe gehört zum Geschäft, besonders auf den britischen Inseln. Der Gangsterfilm besticht deshalb auch mit ruppigem Sprachstil. Hauptdarsteller Jude Law zeigt, dass er die Nase voll hat, der ewige Charmeur mit dem Härtegrad eines ungerösteten Toastbrots zu sein.
"Lauf Junge lauf" - Als Jude zwischen Nazis in Warschau
Drama
Was dich nicht umbringt, macht dich härter: Das erkennt der achtjährige Srulik, er kompensiert sogar den Verlust eines Arms nach einem Unfall. Der Jude ist aus dem Ghetto nach Warschau geflohen und kämpft ums Überleben. Ein Film voller intensiver, anrührender Momente.
Starker Zusammenhalt im Jugendfilm „Die schwarzen Brüder“
Abenteuer
Im Film „Die schwarzen Brüder“ drängen sich Erinnerungen an die Geschichten von Charles Dickens auf. Regisseur Xavier Kollers rückt die anrührende Geschichte von Armut und Freundschaft, von Widerstand und Verlust gezielt in die Nähe eines „Oliver Twist“.
Umfrage
Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

 
Fotos und Videos
Movie Days - The Dark Zone
Video
Film-Treffen
Premiere von "Zwischen Welten"
Bildgalerie
Lichtburg
Staraufgebot zur Premiere
Bildgalerie
Lichtburg
Das sind die Oscar-Gewinner
Bildgalerie
Filmpreise