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Max Manus

09.02.2010 | 10:54 Uhr
Max Manus. © Capelight
Max Manus. © Capelight

"Max Manus" ist ein filmisches Denkmal für Norwegens bekanntesten Widerstandskämpfer.

In Norwegen kennt ihn wahrscheinlich jedes Kind, hierzulande ist der Name Max Manus nur den wenigsten geläufig. Dabei zählt Manus (1914-1996) in Norwegen zu den wichtigsten Widerstandskämpfern gegen die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Die Regisseure Joachim Rönning und Espen Sandberg setzen ihm in ihrem spannenden Kriegsepos "Max Manus" ein filmisches Denkmal, ohne ihn zum makellosen Helden zu stilisieren. Scheinbar beiläufig werfen sie dabei grundsätzliche Fragen nach den ethischen Schattenseiten des politischen Widerstands auf.

Im Frühjahr 1940 sammelt der Ex-Matrose Max Manus (Aksel Hennie) als Freiwilliger im Winterkrieg der Finnen gegen die Sowjets erste militärische Erfahrungen. Als die deutsche Wehrmacht kurz darauf Norwegen besetzt, gründet er mit Gleichgesinnten eine Widerstandsgruppe. Doch die unvorsichtigen Widerständler geraten mit ihren abenteuerlichen Flugblattaktionen rasch ins Visier der Nazis. Als Manus festgenommen wird, springt er aus dem Fenster und wird schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Mit Hilfe des medizinischen Personals kann er fliehen und gelangt auf abenteuerlichen Wegen nach Schottland.

Deutsche Versorgungsschiffe versenkt

Info
Max Manus

Deutscher Kinostart: 11. Februar 2010

Regie: Joachim Rönning, Espen Sandberg

Darsteller: Aksel Hennie, Agnes Kittelsen, Nicolai Cleve Broch, Ken Duken, Christian Rubeck, Knut Joner und andere

Dort erhält er eine militärische Ausbildung und geht mit Kameraden zurück nach Norwegen. Im Hafen von Oslo versenken die Saboteure 1943 wichtige deutsche Versorgungsschiffe. Weitere Anschläge und Sabotageaktionen machen seine Oslo-Bande bekannt, wecken aber auch den Jagdinstinkt des skrupellosen Gestapo-Offiziers Siegfried Fehmer (Ken Duken). Während dieser systematisch die Reihen des Widerstands lichtet, findet Manus Halt bei der attraktiven Norwegerin "Tikken" (Agnes Kittelsen), die den Widerständlern von der britischen Botschaft im neutralen Schweden aus hilft. Allerdings zögert die verheiratete "Tikken" lange, Manus" Signale der Zuneigung zu erwidern.

Das packende Heldendrama, das mit einem Budget von sieben Millionen Euro die teuerste einheimische Kinoproduktion ist, feierte in Norwegen Triumphe: Mehr als 1,2 Millionen Menschen sahen sich die Kombination aus Widerstandsdrama, Kriegsfilm und Action-Thriller im Kino an und beförderten sie so zur erfolgreichsten norwegischen Produktion der letzten 35 Jahre. Außerdem gewann der Film, der auf zwei autobiographischen Büchern von Manus beruht, sieben norwegische Amanda Awards und etliche weitere Auszeichnungen.

Zweifel, Schuldgefühle, Alkoholprobleme

Während Filme wie "Black Book" von Paul Verhoeven und "Tage des Zorns" von Ole Christian Madsen sich kritisch mit den Widerstandsbewegungen in den Niederlanden und Dänemark auseinandersetzten, zeichnen die Regisseure Joachim Rönning und Espen Sandberg ("Bandidas") ein eher konventionelles Heldenporträt, das die historische Bedeutung von Manus ebenso wenig in Frage stellt wie "Operation Walküre" die von Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

Das heißt aber nicht, dass die Regisseure den skandinavischen Widerstandskämpfer zum strahlenden Ritter verklären. Sie zeigen vielmehr ausführlich, wie Manus sich zunehmend in Schuldgefühle und Zweifel an seiner Mission verstrickt, als immer mehr seiner Kameraden im Einsatz sterben. Auch die Alkoholprobleme des Untergrundaktivisten werden keineswegs verschwiegen. Am Ende steht ein gebrochener Mann in einer schweren Identitätskrise, der erkennt, dass er nichts anderes gelernt hat, als zu kämpfen.

Dem Hauptdarsteller Aksel Hennie gelingt es überzeugend, die Balance zwischen entschlossenem Kämpfer und zweifelndem Saboteur zu halten und der schillernden Figur einen Rest von Geheimnis zu lassen. Ken Duken als Gestapo-Offizier und Agnes Kittelsen als Helferin im Hintergrund liefern solide Leistungen, die aber sicher besser ausgefallen wären, hätte ihnen das Drehbuch mehr Entfaltungsmöglichkeiten eingeräumt. (ddp)

DerWesten

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