„Marry Me!“ - Hochzeitspläne auf Indisch

Die Deutsch-Inderin Kissy (Maryam Zaree) soll Robert heiraten, doch der ist ebenso wenig interessiert, wie sie.
Die Deutsch-Inderin Kissy (Maryam Zaree) soll Robert heiraten, doch der ist ebenso wenig interessiert, wie sie.
Foto: Wüste Film Ost
Was wir bereits wissen
„Marry Me!“ ist eine sympathische Multikulti-Komödie rund um eine Hochzeit, die beide Beteiligten nicht wollen. Doch es steht einiges auf dem Spiel.

Essen.. Filmtitel waren schon immer Glücksache, und auch „Marry Me!“ ist im Grunde ein Fehlgriff, denn die Heldin der Handlung will überhaupt keine Hochzeit. Ganzer Lebensinhalt von Deutsch-Inderin Kissy ist ihr Café in Kreuzberg, doch nun will ihre indische Großmutter das heruntergekommene Haus verkaufen – es sei denn, Kissy (Maryam Zaree) heiratet Robert, den Vater ihrer Tochter.

Doch Robert (Steffen Groth) ist an einer Hochzeit ebenso wenig interessiert wie Kissy; die beiden hatten bloß eine flüchtige Affäre. Außerdem ist da noch Koch Karim (Fahri Yardim), der gemeinsam mit Kissy seinen Traum von einem indischen Lokal über den Dächern von Berlin verwirklichen möchte.

Multikulti-Geschichten sind amüsant, weil sie ein ironisches Spiel mit Vorurteilen treiben. Das ist hier nicht anders. Kissy distanziert sich konsequent von ihren indischen Wurzeln – ihre Großmutter Sujata (Bharati Jaffrey) jedoch hat konservative Ansichten, was die Rollen von Männern und Frauen angeht.

Bewährtes Genre neu gewürzt

Für eine kurzweilige Komödie ist „Marry Me!“, das Kinodebüt von Neelesha Barthel, die mit einigen Koautorinnen auch das Drehbuch geschrieben hat, überraschend komplex. Die Kombination eines bewährten Genres mit indischen Zutaten, darunter einige Musical-Einlagen oder die knallbunte indische Hochzeit, hat offenbar schon als Drehbuch überzeugt. Zu den Nebendarstellern zählen unter anderem Wolfgang Stumph und Renate Krößner. Uneingeschränkter Star des Films aber ist Maryam Zaree, eine gebürtige Iranerin.

Wertung: Drei von fünf Sternen