"Looking for Eric" - der Verlierer und sein Idol
07.11.2009 | 10:17 Uhr 2009-11-07T10:17:00+0100Essen. Zärtlich, tragisch und komisch - Regisseur Ken Loach, das soziale gewissen des britischen Kinos, hat mit "Looking for Eric" einen ungewohnt heiteren Film gedreht. Kult-Kicker Eric Cantona erscheint als guter Geist und spielt sich selbst.
Als Franzose wurde Eric Cantona in seiner ersten Saison bei Manchester United von den Fans nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Binnen kürzester Zeit aber schaffte es der Kicker, sich in die Herzen der Briten zu spielen. Was auch damit zu tun hatte, dass er seinen Emotionen stets freien Lauf ließ und ein Antitypus zu den glatten Stars vom Schlage eines Beckham war.
Deutscher Kinostart: 5. November 2009
Regie: Ken Loach
Darsteller: Steve Evets, Eric Cantona, Stephanie Bishop, John Henshaw, Lucy-Jo Hudson u. a.
In „Looking for Eric” spielt Cantona unter der Regie von Ken Loach nun quasi sich selbst. Als guter Geist, der einem Fan namens Eric erscheint, der auf seinem Lebensweg immer die falsche Abzweigung genommen hat (wunderbar: Steve Evets). Seine große Liebe Lily hat er vor 25 Jahren verlassen, seine Ehen sind alle in die Brüche gegangen. Nun lebt er mit seinen missratenen Söhnen in einer tristen Wohnung. Selbst seinen Job als Postbote wäre er längst los, wenn ihm seine Kollegen nicht immer wieder aus der Patsche helfen würden. Doch dann steht eines Abends sein großes Idol Eric Cantona neben dem Bett des Losers, redet mit ihm und flößt ihm wieder neuen Lebensmut ein.
Ken Loach bleibt mit diesem Film das soziale Gewissen des britischen Kinos, hat hier aber ungewohnt viel Humor zu bieten: Eine stimmige, bisweilen zärtliche Tragikomödie über wahre Männerfreundschaft und den Mut, den Verhältnissen zu trotzen.
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