Lieber verliebt
28.12.2009 | 11:26 Uhr 2009-12-28T11:26+0100Catherine Zeta-Jones liebt in der Romantikkomödie "Lieber verliebt" einen viel jüngeren Mann.
Mit romantischen Komödien macht Hollywood nach wie vor gerne und oft Kasse. Ein bevorzugte Konstellation ist dabei neuerdings die Liaison zwischen einer attraktiven Frau über 40 und einem deutlich jüngeren Liebhaber. Erst vor kurzem lachte sich Sandra Bullock als Karrierefrau in "Selbst ist die Braut" Ryan Reynolds als deutlich jüngeren Bräutigam an. Nun spielt der US-Regisseur Bart Freundlich, der mit der neun Jahre älteren Julianne Moore verheiratet ist, in seiner konventionellen Romantikkomödie "Lieber verliebt" eine ähnliche Beziehung durch.
Dem jugendlichen Charme erlegen
Deutscher Kinostart: 31.12.2009
Regie: Bart Freundlich
Darsteller: Catherine Zeta-Jones, Justin Bartha, Kelly Gould, Andrew Cherry, Rob Kerkovich u.a.
Die etwa 40-jährige Hausfrau Sandy (Catherine Zeta-Jones) hat gerade ihren untreuen Gatten verlassen und ist mit ihren zwei Kindern aus der Vorstadt nach New York gezogen. Dort trifft sie in einem Café den 25-jährigen College-Absolventen Aram (Justin Bartha), der seiner gescheiterten Blitzehe mit einer Französin nachtrauert, die ihn nur wegen der Green Card geheiratet hatte.
Im Handumdrehen findet die clevere Sandy ein Appartment und einen Job bei einem Sportfernsehsender. Jetzt braucht sie nur noch einen Babysitter, der tagsüber auf die Kinder aufpasst. Da der smarte Kellner gut mit Kindern umgehen kann, engagiert sie ihn. Aram erweist sich als fürsorglicher Betreuer, der sich zunehmend liebevoll auch um die sexy Mutter kümmert. Wegen des Altersunterschieds zögert Sandy zunächst, erliegt dann aber doch seinem jungenhaften Charme.
Funke springt über
Die New Yorker Beziehungskomödien von Woody Allen, aber auch der Klassiker "Die Reifeprüfung", standen offenkundig Pate bei Bart Freundlichs Versuch, die Irrungen und Wirrungen moderner Metropolen-Singles in amüsante Szenen zu packen. Nachdem Bartha schon in "Liebe ist Nervensache" mit Freundlich zusammen gearbeitet hatte, vertraute dieser Bartha nun die Hauptrolle an.
Der 1978 geborene Darsteller, der zuletzt als abgetauchter Bräutigam im Kinohit "Hangover" zu sehen war, bildet mit der komödienerfahrenen Catherine Zeta-Jones, die wiederum mit dem wesentlichen älteren Michael Douglas verheiratet ist, ein Paar, bei dem die Funken in der Tat überspringen.
Plakative Gags und Klischeevorstellungen
Gelingen Freundlich in der Exposition und der Annäherungsphase des ungleichen Paares einige witzige Einfälle, so nimmt er umso mehr Zuflucht bei plakativen Gags und Klischeevorstellungen, je weiter die Komödie fortschreitet. Der Humorfaktor von Kindern, die sich übergeben oder ihre Mutter beim Sex ertappen, hält sich jedoch in Grenzen.
Zu vorhersehbar und formelhaft knüpft Freundlich die Handlungsfäden. Genauso bieder kommt dann die finale Auflösung daher. Auch an die pointierten Dialoge und die differenzierte Charakterzeichnung in der themenverwandten Großstadt-Burleske "Couchgeflüster - Die erste therapeutische Liebeskomödie" (2003) von Ben Younger über eine Romanze einer 37-Jährigen mit einem 14 Jahre jüngeren Mann kommt Freundlichs Komödie nicht heran. Das ist schade, denn aus dem Stoff hätte man mehr machen können. (ddp)
14:20
Viel Wirbel um NICHTS. Eine 40jährige mit einem 25jährigen gilt als Sonderfall; umgekehrt ist es fast schon normal.
Also ist es im Grunde eine ganz normale verfilmte Liebesgeschichte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.