Das aktuelle Wetter NRW -1°C

Fotostrecke

Legion

15.03.2010 | 11:47 Uhr
Legion. © Sony Pictures
Legion. © Sony Pictures

Hollywood-Apokalypse "Legion": Als Gott die Geduld mit den Menschen und einem Erzengel verlor.

Die riesige Mojave-Wüste gehört zu den lebensfeindlichsten Gebieten des amerikanischen Westens. Eigentlich fühlen sich dort nur Klapperschlangen richtig wohl. Immerhin durchschneiden einige Straßen die öde Landschaft, deren Hitzezentrum das berüchtigte Death Valley ist. An einer dieser Straßen liegen die Tankstelle und das Restaurant von Bob Hanson, der einst dort in der fälschlichen Annahme investiert hatte, dass sich in der Nähe eine neue Siedlung entwickeln könnte.

Nun kommt Hanson mit seinem gutmütigen schwarzen Partner Percy und seinem in die hochschwangere hübsche Kellnerin Charlie unglücklich verliebten Sohn Jeep nur mit Mühe und Not über die Runden. Das Leben dieser Personen ist fast ereignislos langweilig bis zu jenem Tag, an dem die ganze Welt aus den Fugen gerät. Und das ist der Tag, an dem Gott endgültig die Geduld mit dem ewig zänkischen Menschengeschlecht verliert. Um mit diesem Schluss zu machen, schickt Gott seine Engelsscharen auf die Erde. Deren Auftrag: Einen apokalyptischen Schlusspunkt zu setzen. Was sich daraus entwickelt, zeigt der US-Film "Legion", der ab dem 18. März in die Kinos kommt.

Die USA sind ein christliches Land

Inszeniert von Scott Stewart, der zusammen mit Peter Schink auch das vollständig logikfreie Drehbuch verfasst hat, entwickelt sich vor dem Kinobesucher ein waghalsiger Leinwandmix aus Action, Horror, Western und unfreiwilliger Bibelpersiflage. Einer der Höhepunkte der Handlung ist das rasante Duell der beiden Erzengel Gabriel und Michael, dessen Resultat von Gott selbst am Ende noch freundlich korrigiert wird. Immerhin hat es so was in der Filmgeschichte bislang noch nicht gegeben und beweist nebenbei, dass die USA ein christliches Land sind. Denn nur in einem solchen können flügelbewehrte Erzengel sowohl als Kinohelden wie auch als Kinoschurken agieren. 

Info
Legion

Kinostart: 18. März 2010

Regie: Scott Stewart

Darsteller: Paul Bettany, Lucas Black, Tyrese Gibson, Adrianne Palicki und andere

Wie die meisten Horrorstreifen wartet auch "Legion" mit einigen Ekligkeiten auf, übertreibt es aber nicht damit. Im Gegensatz zu manch anderen Produktionen dieses Genres kann der Film eine ganze Reihe bekannter und guter Schauspieler präsentieren, an der Spitze Dennis Quaid als Restaurantbesitzer Hanson und der elegante Brite Paul Bettany als Erzengel Michael. Bettany, ein bestens ausgebildeter Bühnendarsteller und Shakespeare-Mime, meistert seine absurde Rolle mit viel Würde, es gelingt ihm sogar, einen Schuss Tragik ins wüste Geschehen zu bringen. Gut gefallen können auch Lucas Black als Hansons Sohn Jeep und Adrianne Palicki als hochschwangere Charlie.

Die gesamte Handlung stellt eine schräge Fantasie dar

Nicht nur für Theologen, sondern auch für Abtreibungsgegner wird es interessant zu ergründen sein, warum die Drehbuchautoren die Rettung der Menschheit vor der von Gott selbst angeordneten Apokalypse von der Geburt des unehelichen Kindes dieser sexuell vagabundierenden Kellnerin Charlie abhängig machen. Dem normalen Zuschauer erschließt sich das jedenfalls nicht. Aber da ja die gesamte Handlung eine schräge Fantasie darstellt, fällt das auch nicht besonders ins Gewicht.

Die beste Szene des Films gehört dem Auftritt einer Greisin, gespielt von Jeanette Miller, die als harmloser Gast das schäbige Restaurant in der Wüste betritt und sich während des Verzehrs eines saftigen Steaks als die Schwerkraft außer Kraft setzende Bestie und Vorbotin kommenden Schreckens erweist. Hier kann Regisseur und Autor Scott Stewart mal überzeugend seine Kernidee des Films, nämlich die Verschmelzung von Fantasie und Schrecken, in Bilder und Aktion umsetzen. Aber eine wirklich gelungene Szene in rund 100 Minuten reicht nicht, um einen Horrorfilm der Sonderklasse zu schaffen. (ap)

DerWesten

Empfehlen
Neueste Fotostrecken aus dem Ressort
Neue Marilyn-Monroe-Bilder
Bildgalerie
Foto-Fund
Stars bei der Berlinale
Bildgalerie
Filmfestival
Oscars 2012: Die Nominierten
Bildgalerie
Hollywood
Die Muppets sind zurück
Bildgalerie
Filmpremiere
"Golden Globe"-Verleihung
Bildgalerie
Filmpreis
Populärste Fotostrecken aus dem Portal
Die wichtigsten Bilder der Woche
Bildgalerie
Bilder des Tages
F95 Der umstrittene Elfer
Bildgalerie
Fotostrecke
Fortuna - Frankfurt
Bildgalerie
Fußball
Sexy Valentinstag
Bildgalerie
Dessous-Engel
Massenkarambolage auf A 57
Bildgalerie
Unfall
Neueste Fotostrecken aus dem Portal
Ina Müller in Düsseldorf
Bildgalerie
Konzert
OB Adolf Sauerland abgewählt
Bildgalerie
Bürgerentscheid
Bochum verliert in St. Pauli
Bildgalerie
VfL Bochum
The Voice of Germany
Bildgalerie
Finale
Die wichtigsten Bilder der Woche
Bildgalerie
Bilder des Tages
Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2740207/create

Aus dem Ressort
Spaß mit  Trash-Kunst „Iron Sky“ - Nazis auf dem Mond
Berlinale
Selbst namhafte Berlinale-Beiträge lassen Hoffnungen sterben. Die Filme von Billy Bob Thornton oder mit Isabell Huppert enttäuschten. Da lohnt sich die Flucht aus dem allzu ernsten Wettbewerb hinein ins Panorama. In „Iron Sky“ haben es sich Nazis es sich auf der Rückseite des Mondes bequem gemacht.
Foto Video 1 Kommentare 1
Cinema for Peace ehrt Angelina Jolie gleich zweifach
Kino
Angelina Jolies Film „In the Land of Blood and Honey“ ist bei der Cinema for Peace-Gala in Berlin doppelt ausgezeichnet worden. Das Regie-Debüt des Hollywood-Stars über die Gräuel im Bosnienkrieg gewann den Preis als in der Kategorie „wertvollster Film“ und eine Auszeichnung als Anti-Kriegsfilm.
Foto
Neueste Aktivität