"Kopf oder Zahl" bleibt hinter den Erwartungen zurück
21.04.2009 | 09:06 Uhr 2009-04-21T09:06:00+0200
Essen. Massen-Auflauf der A- bis (Doppel)-D-Promis vor der Essener Lichtburg: Der Film „Kopf oder Zahl“ feierte Deutschland-Premiere. Die Top-Besetzung mit Ralf Richter, Heinz Hoenig, Mark Keller und Claude Oliver Rudolph weckte hohe Erwartungen, die nicht erfüllt wurden.
Schon bevor sich der rote Vorhang im Kino öffnet, herrscht – zumindest auf der Bühne – Weltverbesserungsstimmung. Sie wollen Menschen zeigen, die von der Gesellschaft „abgewrackt“ wurden, und ihren Zuschauern die Augen öffnen, nicht wegzuschauen, sagen die beiden jungen Regisseure Benjamin Eicher und Timo Mayer. Die Figuren in ihrem Film sind tatsächlich der Kaffeesatz der Moderne: korrupt, drogenabhängig, kriminell.
Arg verzweigte Handlungsstränge
Mit mutigen schnellen Schnitten und arg verzweigten Handlungssträngen wird in „Kopf oder Zahl“ das Leben von zwölf Menschen gezeigt, die das Schicksal zusammenführt. Im Mittelpunkt steht dabei ein Kilo Heroin, das von der illegalen Einwandererfamilie Assadi ins Land geschmuggelt wurde. Das weckt bei allen Begehrlichkeiten: Polizist Ron (Ralf Richter) wittert eine weitere Chance, seine Position gewinnbringend auszunutzen. TV-Moderatorin und Rassistin Valerie Kaiser (Saskia Valencia) möchte mit einer großen Story zum Umdenken in Sachen Ausländerpolitik bewegen. Die beiden Straßen-Gangster Aron und Sammy, gespielt von Afrob und Harris, sehen die Gelegenheit, endlich bei Drogendealer Thomas (Dirk Heinrichs) einzusteigen. Der schuldet Richie (Mark Keller), frisch aus dem Gefängnis entlassen, noch 20 000 Euro. Mit in den Sog gezogen wird auch Tommy (Joschua Keller), der Sohn von Richie, über dessen Leben am Ende eine Münze entscheidet.
Beklemmende Bilder
„Ey, verstehst du, was die alle miteinander zu tun haben?“, fragt ein Zuschauer nach der ersten Dreiviertelstunde seinen Nachbarn. So banal die Frage ist – er war wohl nicht der Einzige, der sie gestellt hat. Der Grundgedanke der beiden Nachwuchs-Regisseure ist gut. Soziale Missstände in Deutschland anprangern und aufrütteln. Doch „Kopf oder Zahl“ ist für Otto-Normal-Kinogänger zu viel: Zu viel Gewalt, zu anstrengende Kameraschnitte, zu viele überzeichnete Charaktere: von der stillen und heroinabhängigen Zwangs-Prostituierten Irina (Jana Pallaske) über den abstoßenden Schrotthändler Karl (Claude-Oliver Rudolph) bis eben hin zum brutalen Polizisten Richie, der seinen Opfern auch gerne mittels Brandmarken auf ihrem Körper mitteilt, was er zu sagen hat. Der Zuschauer sieht einen kleinen Jungen, der sich Heroin spritzt. Eine düster wirkende Stadt, in der nur die Autobahn, nicht aber das Leben pulsiert. Und vor allem Misshandlungen, Morde und Diskriminierung.
Die Hauptdarsteller füllen ihre Rollen allesamt nach Maß aus. Vor allem Ralf Richter ist die Figur des korrupten Polizisten Richie auf den Leib geschneidert. Was dennoch fehlt, ist ein Hauptdarsteller. Auf niemanden kann man sich so recht konzentrieren, mit ihm mitfiebern, leiden oder hoffen.
Kein Popcorn-Kino
Dass mit „Kopf oder Zahl“ nicht unbedingt Popcorn-Kino zu erwarten ist, war schon im Vorfeld klar. Natürlich darf und muss auch auf der Leinwand Gesellschaftskritik geübt werden. Dennoch möchte der Zuschauer unterhalten werden. Wenn es das Ziel war, mit dem Film Beklemmung auszulösen, ist es Eicher und Mayer gelungen. Wer aber einen entspannten, unaufgeregten Abend im Kino verbringen möchte, sollte das tun, was die beiden Regisseure anprangern: Wegschauen.
03:22
>Test - wieso schreibe ich immer etwas - es erscheint und wird sofort gelöscht - toller thread !
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>Test - wieso schreibe ich immer etwas - es erscheint und wird sofort gelöscht - toller thread !
03:18
ich finde vieles wird schlecht geschrieben und viel schlechtes gut
so wenn Otto mit seine d-promizwergen oder bully herbig mal wieder einen seiner tollen filme dreht dann heißt dier große bully oder der große otto...
hier wird es anderherum gemacht - nun ja - wie so oft - es wird von der presse so gedreht wie gerade der wind steht ...
u.a. was ich wirklich schade finde 1,3 Mio - gibt es da nicht andere zwecke das geld zu investieren ?
03:12
Nu ja - die Presse macht halt Helden und schreibt andere zur Sau :-) wenn Bulli Herbig mal wieder irgendein Blödelteil aufnimmt oder Otto diesen Grottenfilm mit seinen beknackten D-Promizwergen dahinhaut heißt es - der große Bully Herbig oder Deutschlands Top Comedian Otto .. (u.a. ist das dann auch 1 ahr später wieder Hap Kerkeling ...)
Nun ja - dieser Film ist sicher kein Oceans 5 oder so aber nun ja - wie gesagt halber Mist wird zu tollem Zeugs geredet und nun ja ein vielleicht nicht alzu toller Film zu absolutem Mist ....
Wie immer :-)
15:58
...finde ihren kommentar unmöglich...sie sind offenbar geistig einfach zu eingeschränkt zu verstehen worum es geht obwohl herr eicher es eingags mehr als deutlich gesagt hat!!...
...bitte kritisieren sie in zukunft nur noch disney produktionen - alles andere schein ihren horizont zu übersteigen - danke!!...
12:53
Dass...
12:52
Das diese unkreative, supermacholausige Clique da, von zum Glück nicht allzu vielen, gefeiert wird, reizt doch nur das Brechzentrum im Leib.
Mit Leben auf der Strasse hat auch dieser verkrampfte Film nichts zu tun. Und dann diese Frikadellengesichter, von Drogen und Currywurst(tschulligung Currywurst,ich find dich au lecker) gezeichnet; nee, gut, dass ich das nicht am frühen Morgen geniessen musste.
12:41
Naja, dass ein Film Beklemmung auslöst, ist ja erstmal nichts Negatives, eher im Gegenteil. Und dass ein Film sich nicht jedem sofort erschließt oder nicht unterhält ist auch kein Qualitätsmakel.
Aber dass ein Film aus nichts anderem besteht, als aus aneinandergereihten Trailern (interessant: http://www.hackermovies.com/kopf-oder-zahl-i ), dass die angestrebte Sozialmessage absolut verkrampft ist, dass die süßliche Märchenfeestimme aus dem Off deplaziert ist, dass die tragische Milieu-Geschichte mit Kitsch und Brutalität zugekleistert wird, dass banale Sprüche als Lebensweisheiten verkauft werden und dass am Ende auch noch ein billiger Drehbuchtrick (sofern es eines gegeben hat) dem Jungen das Leben rettet und man das Gefühl hat, der Videoclip hat ein wenig zu lang gedauert hat, lässt die gute Schauspielerleistung als Verschwendung erscheinen.
Spannender war da schon das Getue um die ganze pressegeile Scheinprominenz - die aus Ludendorf oder Tussihausen angereist zu sein scheint - vor der promigeilen Presse. Da war mehr Klischee auf den Rängen als auf der Leinwand.
10:43
Liebe Frau Schumacher !
Wie kommen Sie eigentlich darauf,daß Richter,Keller und Rudolph eine Top-Besetzung sind ?
03:22
>Test - wieso schreibe ich immer etwas - es erscheint und wird sofort gelöscht - toller thread !