Königin der Wüste - Nicole Kidman glänzt auf der Berlinale

Die australische Schauspielerin Nicole Kidman auf der Berlinale.
Die australische Schauspielerin Nicole Kidman auf der Berlinale.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
In der Hitze der Wüste: Hollywood-Ikone Nicole Kidman überzeugt in Werner Herzogs Film „Queen of the Desert“ in wunderbar epischen Bildern.

Berlin.. Paul Ziemiak kann mit seinem ersten offiziellen Berlinale-Auftritt richtig zufrieden sein. Der neue Bundesvorsitzende der ­Jungen Union Deutschlands aus Iserlohn hat am Rande des Filmfests zum traditionellen filmpolitischen Empfang seiner Partei eingeladen, und mit mehr als 200 Gästen sind so viele wie nie zuvor ­gekommen.

Um das Treffen in diesem Jahr noch etwas lockerer und unterhaltsamer zu machen, hat Paul Ziemiak seinen guten Bekannten, den Schauspieler und TV-Moderator Thore Schölermann, auf die Bühne geholt, um mit ihm flockig durchs Programm zu führen.

Ein Soap-Star aus Iserlohn

Der beliebte Soap-Star ist ebenfalls Iserlohner – und kommt zu seinem großen Auftritt gut 20 Minuten zu spät. Mit einem flotten Spruch aber hat er die geduldig Wartenden sogleich fröhlich auf seiner Seite, und auch die Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters lässt sich bei ihrer kleinen Rede unmittelbar von der guten Laune anstecken. Sie verweist auf weit über 100 Millionen Euro Filmförderungsgelder vom Bund und auch darauf, dass von den 441 Festivalfilmen in diesem Jahr immerhin 126 Produktionen mit deutscher Beteiligung am Start sind. Filmförderung sei vielleicht nicht sonderlich glamourös, aber doch nicht weniger emotional, so die Politikerin sichtlich und hörbar aufgeräumt.

Paul Ziemiak seinerseits bekommt bis auf „seinen“ Filmempfang von der Berlinale gar nichts weiter mit. Tags zuvor war er noch in Hamburg zu Wahlkampfterminen bei einer Radtour und einem Rockkonzert eingebunden, und gleich geht es schon wieder weiter nach Stuttgart, wo ihn ein Wirtschaftsrat als Redner erwartet.

Während der Chef der Jungen Union also zum Flugplatz flitzt, wechseln andere vom Filmempfang einfach nur auf die andere Straßenseite. Dort wartet nämlich schon Werner Herzogs Berlinale-Wettbewerbsbeitrag „Queen of the Desert“ (Königin der Wüste) mit der Hollywood-Ikone Nicole Kidman in der Hauptrolle. Die wird dann anschließend nach der durchweg positiv aufgenommen Premiere ganz entspannt über ihre Wüsten-Erfahrungen während der Dreharbeiten plaudern: „Ich habe Werner gefragt, ob ich meine Kinder mitnehmen könnte, und er hat gesagt: ,Kein Problem, die bekommen ein eigenes Zelt.’ Also haben wir den Film gemacht, und ich habe nie zuvor eine derart großartige Landschaft erlebt.“

„Queen of the Desert“ ist das lupenreine Gegenstück zum Eröffnungsfilm „Nobody Wants the Night“. Was dort Juliette Binoche in der arktischen Kälte an femininem Selbstbewusstsein präsentieren musste, das zeigt nun Nicole Kidman quasi mit umgekehrten Vorzeichen im glühend heißen Wüstensand. Man habe in einem echten Sandsturm gedreht, lässt Werner Herzog wissen, der ja auch schon härteste Dschungelerfahrungen bei so mancher Produktion gemacht hat.

Anrührender Stoff

Die Kidman in der Wüste, das ist die wahre Geschichte einer weiblichen Lawrence von Arabien. Anfang des 20. Jahrhunderts verliebt sich die eigenwillige Britin Gertrude Bell bei einem Aufenthalt im Nahen Osten in einen jungen Diplomaten. Die Beziehung endet tragisch, und Gertrude verschreibt ihr Leben fortan der Erforschung des zusammenbrechenden Osmanischen Reiches.

Werner Herzog erzählt diesen anrührenden Stoff in wunderbar epischen Bildern. Niemals zuvor sei die Wüste derart authentisch in einem Kinofilm eingefangen ­worden, ist sich der Regisseur ­sicher.