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"Knowing": Vom Wissenschaftler zum Kämpfer

11.04.2009 | 00:02 Uhr
"Knowing": Vom Wissenschaftler zum Kämpfer

Dortmund: Dunkle Ahnung von der Zukunft - Der gebürtige Ägypter Alex Proyas ist ein Freund des düster-bedrohlichen Kinos. Was er in Filmen wie „The Crow” und „Dark City” hinlänglich unter Beweis gestellt hat. Jetzt kommt mit "Knowing" ein weiteres Weltuntergangsszenario ins Kino.

Info
Knowing

Deutscher Kinostart: 09.04.2009

Regie: Alex Proyas

Darsteller: Nicolas Cage, Rose Byrne, Chandler Canterbury, Lara Robinson, Ben Mendelsohn u.a.

„I, Robot”, der bisher größter Erfolg von Alex Proyas, wirkte fast schon hell und licht. Aber jetzt treten wir mit „Knowing” wieder in die Phase der Dunkelheit ein.

Es ist ein zunächst höchst seltsames Gemisch aus Mystery- und Science-Fiction-Elementen, das der Regisseur hier kredenzt. Vor 50 Jahren jedenfalls haben die Schüler einer neu erbauten Grundschule Bilder gemalt, die in einer „Zeitkapsel” im Boden versenkt wurden. 2009 nun sollen sie Auskunft geben über die Phantasie, die Wünsche und das Bewusstsein von Kindern vor einem halben Jahrhundert.

Caleb, Sohn des Astrophysikprofessors John Koestler (Nicolas Cage), erhält statt eines Bildes jedoch ein Blatt mit rätselhaften Zahlenreihen, die auf den ersten Blick keinen Sinn ergeben - einst wie im Fieberwahn zu Papier gebracht von einem gehetzt und krank aussehenden kleinen Mädchen. Auf den zweiten Blick jedoch erkennt der Wissenschaftler eine Ordnung, die etwas mit entscheidenden Daten in der Vergangenheit zu tun hat. Mehr noch: Drei Daten betreffen die unmittelbare Zukunft, was Koestler der Natur der Hinweise wegen schier erbleichen lässt.

Ausgeklügeltes Spiel mit dem Unbekannten

Der Mann kann rechnen: Nicolas Cage in "Knowing". © Concorde Filmverleih

Es ist schwierig, über „Knowing” zu schreiben, denn das Wesen des Films ist das allmähliche Entdecken furchtbarer Dinge, von denen man verständlicherweise nicht allzu viel verraten möchte. Cage jedenfalls kann sich in seiner Rolle des besorgten Vaters ganz zuhause fühlen: Bereits in „Next” von Lee Tamahori verkörperte er einen Mann, der Ereignisse in naher Zukunft voraussehen und ändern konnte.

„Knowing” jedoch ist viel elementarer, hier geht es letztendlich um Alles oder Nichts. Wobei furchterregend bleiche Wesen in korrekten Anzügen, die immer wieder wie bedrohliche Aliens in der Gegend stehen, keine unwesentliche Rolle spielen. Sie gehören zu Proyas' ausgeklügeltem Spiel mit dem Unbekannten, das jedoch zum Schluss hin immer stärker polarisieren dürfte. Die Ereignisse erhalten dann mehr und mehr eine stark religiöse Note, zu der auch die wundersame Wandlung John Koestlers gehört. Er, der verbitterte Nihilist, ist am Ende als opferbereiter Familienvater kaum noch wiederzuerkennen.

Arnold Hohmann

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