Jule Vernes Klassiker wird zur Karussellfahrt
03.03.2009 | 08:22 Uhr 2009-03-03T08:22:00+0100
Dortmund. Gore Verbinski ist mit "Fluch der Karibik" das unerwartete Kunststück gelungen, ein Fahrgeschäft in einem Disney-Vergnügungspark zu einem waschechten Kultfilm zu "adaptieren" - Eric Brevig macht aus "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" eine Kirmesattraktion.
Deutscher Kinostart: 05.03.2009
Regie: Eric Brevig
Darsteller: Brendan Fraser, Josh Hutcherson, Anita Briem u.a.
Regisseur Eric Brevig schafft im Gegensatz zu Gore Verbinskis "Fluch der Karibik" das Umgekehrte: Er macht aus Jules Vernes bahnbrechendem Science-Fiction-Abenteuer "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" eine Kirmesattraktion.
Zehn Jahre ist es her, dass der Bruder des Wissenschaftlers Trevor Anderson (Brendan Fraser) spurlos verschwand. Gemeinsam mit dessen heranwachsendem Sohn Sean folgt Trevor nun den Spuren des Verschwundenen: Ob dieser tatsächlich versucht hat, die mögliche Wahrheit hinter Jules Vernes Roman "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" zu finden?
Interessante Kulisse reicht nicht aus
Reisetablette ratsam Ihre Suche führt die beiden nach Island, wo sie gemeinsam mit der hübschen Bergführerin Hannah eine Fährte aufnehmen - und unversehens tatsächlich in die verborgene Welt unter der Welt katapultiert werden, die Verne beschreibt. Eine Welt voll Schönheit, aber auch voller Gefahr.
Konzipiert für die digitale 3-D-Projektion, begnügt sich das Kino-Regiedebüt des Effektspezialisten Eric Brevig voll und ganz damit, den Zuschauer mit technischen Spielereien zu beeindrucken. So inszeniert er nicht nur die Lorenfahrt aus "Indiana Jones und der Tempel des Todes" auf eine Weise nach, die das Einnehmen einer Reisetablette ratsam macht, sondern verhilft dem Zuschauer auch zu hautnahen Begegnungen mit allerlei ausgestorbenen Erdenbewohnern.
All dies ist hübsch gemacht, langweilt aber schnell, weil der Film trotz der berühmten Vorlage nichts mit seiner Geschichte und seinen Figuren anzufangen weiß. Technikvisionär Verne wusste, dass eine interessante Kulisse nicht ausreicht, um den Leser auf die Dauer zu fesseln. Bei Brevig wird der Klassiker zum Scherzartikel.
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