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Rachekrimi

Jason Statham ist "Parker", ein Verbrecher mit Prinzipien

06.02.2013 | 17:00 Uhr
Jason Statham ist "Parker", ein Verbrecher mit Prinzipien
Parker (Jason Statham) und Leslie Rodgers (Jennifer Lopez)Foto: Constantin

Essen.   Parker ist ein Mann mit Prinzipien. Darauf kommt man nicht unbedingt, denn Parker ist von Beruf Verbrecher. Er ist uns schon in verschiedenen Filmen begegnet. Diesmal wird er von Jason Statham gespielt, und erstmals ist er der Titelheld in „Parker“.

Parker ist ein Mann mit Prinzipien. Darauf kommt man nicht unbedingt, denn Parker ist von Beruf Verbrecher – ein Dieb, um genau zu sein. Er ist uns schon in verschiedenen Filmen begegnet, und immer hatte er einen anderen Namen. Diesmal wird er von Jason Statham gespielt, und erstmals ist er der Titelheld in „Parker“.

Es beginnt in einem Kaff in Ohio, wo gerade ein Scheunenfest stattfindet, wo es aber auch eine Bank gibt. Genau die will Parker ausräumen. Dafür hat er eine neue Mannschaft zusammengestellt. Eigentlich alles Profis, aber auch ein bisschen übereifrig. Das Feuer für die Ablenkung fällt zu groß aus und fackelt gleich die ganze Scheune ab. Deshalb verläuft der Coup gehetzter als geplant, deshalb gibt es auch weniger Beute.

Parker schaltet in den Charmemodus

Noch auf der Flucht kommt es zum Streit. Parkers Komplizen wollen den Ertrag des mageren Raubzugs gleich in ein neues, richtig großes Ding investieren. Parker ist dagegen und fängt sich dafür eine Kugel ein. Er kommt knapp mit dem Leben davon, lässt sich zusammenflicken, dann zieht er wieder los. Er will seinen Anteil; immerhin geht es ums Prinzip.

Die Spur zu den Verrätern zu finden ist leicht, sie führt nach Florida. Jetzt fangen die Probleme an, denn Parker kennt sich hier nicht aus, hat keine Kontakte. Dann wird er auf die Immobilienmaklerin Leslie Rodgers aufmerksam, die hübsch ist und außerdem ohne festen Freund. Das lässt sich ändern. Parker schaltet in den Charmemodus und läuft als reicher Texaner auf.

Statham hat sich übernommen

Jason Statham in weißem Anzug und dazu einen monströsen Stetson auf dem Kopf, das ist nicht nur optisch gewöhnungsbedürftig. Die eigentliche Herausforderung ist es, dass der kernige Action-Mann aus England nicht bloß cool sein darf, sondern richtig schauspielern muss. Um es vorweg zu nehmen: Statham hat sich dabei übernommen. Er wirkt überfordert, verkrampft und genau genommen ist es gar nicht seine Schuld. Er hätte für diese Rolle einfach anders inszeniert werden müssen.

Aber Regisseur Taylor Hackford, der Richard Gere als „Offizier und Gentleman“ zum Weltstar machte, hat diesen merkwürdigen Drang, Schauspieler zu großen Taten zu führen, was bei Statham nicht funktioniert, weil er als Typ viel zu sehr festgelegt ist und das Drehbuch sich im Mittelteil viel zu sehr auf das amouröse, aber zu selten amüsante Geplänkel mit der Maklerin konzentriert. Die wird gespielt von Jennifer Lopez, die pflichtbewusst mit ihrem immer noch straffen Hintern protzt, aber als nicht sonderlich helle Latina-Migrantin recht treffliche Schauspielkunst bietet. Für eine Komödie wäre das prima, in einem Rachekrimi hält es nur vom Wesentlichen ab.

Der Film hat ein ernstes Timing-Problem. Dazu kommt, dass er mit Digitalkamera gedreht wurde und deshalb nicht sehr schick aussieht. Am Ende wird es endlich brutal. Dann ist auch Statham gut. Zu spät.
Wertung: Drei von fünf Sternen

Uwe Mies



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