Kino
James Camerons "Avatar"
07.03.2010 | 23:25 Uhr 2010-03-07T11:25+0100James Camerons spektakuläres Kino-Comeback spielt in den Tiefen des Weltalls.
So hat man die fernen Welten in den Tiefen des Alls wohl noch nie gesehen: Hunderte Meter hohe Bäume, in deren Wurzelwerk und Geäst ganze Völker leben; Berge, die in der Luft schweben; phosphoreszierende Pflanzen, die mit ihren leuchtenden Farben den Dschungel wie eine Unterwasserlandschaft erscheinen lassen. James Cameron (55) hat sich seit "Titanic" (1997) viel Zeit für seinen neuen Spielfilm gelassen.
Jake Sully wechselt die Fronten
Deutscher Kinostart: 17. Dezember 2009
Regie: James Cameron
Darsteller: Sigourney Weaver, Zoe Saldana, Sam Worthington, Stephen Lang, Michelle Rodriguez, Jon Landau u. a.
Wenn man sich das lang erwartete Ergebnis "Avatar - Aufbruch nach Pandora" anschaut, versteht man auf Anhieb, weshalb es so lange dauerte. Das komplett in 3D gedrehte Science-Fiction-Epos will vor allem durch die eigens kreierte fantastische Welt auf dem Planeten Pandora den Zuschauer gefangen nehmen. Dafür hat Cameron die komplette Flora und Fauna samt papageienbunten Flugsauriern und pechschwarzen pantherartigen Unwesen für diese zauberhafte Landschaft erfunden und Linguisten sogar eine eigene Sprache für das dort lebenden menschenähnlichen Urvolk kreieren lassen.
Der Lebensraum der blauhäutigen Na'vi ist allerdings bedroht. Die Menschen des 22. Jahrhunderts haben begonnen, die Bodenschätze auf Pandora abzubauen. Während sich die monströsen Bagger bereits tief ins Erdreich graben, versucht man mit den Na'vis mittels künstlicher Stellvertreterwesen, den sogenannten Avataren, in Kontakt zu kommen.
Der Soldat Jake Sully (Sam Worthington) allerdings ist von der naturverbunden Lebensweise der Na'vi beeindruckt. Als er sich in die junge Ureinwohnerin Neytiri (Zoe Saldana) verliebt, wechselt er die Fronten.
Vor über 15 Jahren habe er die Geschichte des Überlebenskampfes der Na'vi bereits entwickelt, erzählte Cameron in Berlin. Doch damals hätte man in Hollywood nur abgewunken. "Avatar" habe als nicht realisierbar gegolten. Cameron widmete sich nach "Titanic" daher Unterwasser-Dokumentationen und entwickelte nebenbei die 3D-Kameratechnik weiter.
Plädoyer für ein friedliches Zusammenleben der Völker
Entscheidend aber für die Realisierung von "Avatar" war das Motion-Capture-Verfahren, bei dem Bewegungen, Gestik und Mimik der Schauspieler auf am Computer gestaltete Wesen übertragen werden können. Erst jetzt seien diese Spezialeffekte so ausgereift, dass sie seinem Anspruch an Fotorealismus erreichten, sagte Cameron.
All dies hat einiges an Geld verschlungen. Die Produktionskosten werden in der Branche auf mindestens 150 Millionen Euro geschätzt. Andere Quellen sprechen gar von über 230 Millionen Euro. Um diese Summen wieder einzuspielen, versucht "Avatar", möglichst viele Zuschauergruppen zu erreichen. Mit der verantwortungsvollen Wissenschaftlerin Dr. Grace Augustine gibt es eine toughe Erdbewohnerin als weibliche Identifikationsfigur (Sigourney Weaver, seit "Alien" auf starke Frauen im Weltall abonniert).
Die Romanze zwischen Jake und Neytiri soll für Romantik sorgen, das große Gefecht im Finale die Bedürfnisse der vorwiegend männlichen SciFi-Fans befriedigen. Und alle zusammen soll das etwas aufdringlich und schlicht vorgetragene Plädoyer des Filmes berühren: Für ein friedliches Zusammenleben der Völker und mehr Respekt für die Wunder der Natur - seien sie nun auf der Erde oder auf anderen Planeten. (ddp)
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