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Inception

26.07.2010 | 14:52 Uhr
Inception © 2010 Warner Bros. Ent.
Inception © 2010 Warner Bros. Ent.

Zusammen mit Leo DiCaprio beginnt in "Inception" ein Trip in die Untiefen des Unbewussten.

Während das 3D-Kino in aller Munde ist, zeigt Regisseur Christopher Nolan eindrucksvoll, dass zwei Dimensionen bei einer erstklassigen Story und einer Top-Inszenierung im Kino reichen, um die Zuschauer in ein einfallsreiches, hochspannendes SciFi-Action-Abenteuer mit sparsam, aber wirkungsvoll eingesetzten Digitaleffekten hineinzusaugen. Sein rund 160 Millionen US-Dollar schwerer Geniestreich "Inception" gehört zu den Filmen, deren komplexer Reichtum sich erst erschließt, wenn man sie zum zweiten Mal sieht.

Cobb (Leonardo DiCaprio) verdient sein Geld mit einer besonderen Form von Industriespionage: Der begnadete Dieb stiehlt für zahlungskräftige Auftraggeber aus der Wirtschaft wertvolle Geheimnisse aus dem Unterbewusstsein von Menschen, während sie träumen. Weil Cobb jedoch verdächtigt wird, seine schöne Frau Mal (Marion Cotillard) getötet zu haben, wird er weltweit gesucht und kann deswegen seine beiden Kinder nicht mehr besuchen

Der letzte Auftrag soll Erlösung bringen

Die Erlösung aus diesem Dilemma erhofft sich Cobb von einem letzten Auftrag. Der japanische Geschäftsmann Saito (Ken Watanabe) stellt Cobb in Aussicht, in die USA zurückkehren zu können, wenn dieser eine scheinbar unlösbare Aufgabe erledigt. Statt eines Gedankendiebstahls soll Cobb eine bestimmte Idee in das Unterbewusste des smarten Unternehmenserben und Konkurrenten Robert Fischer (Cillian Murphy) einpflanzen.

Der Gedankendieb engagiert ein Team gewiefter Spezialisten, in dem vor allem die junge Architektin Ariadne (Ellen Page) eine immer wichtigere Rolle spielt. Denn sie allein weiß, dass sie unerbittliche Male in Cobbs Unterbewusstsein seine Rückkehr in die gemeinsame Traumwelt fordert und dabei nicht davor zurückschreckt, seine professionellen Einsätze zu durchkreuzen. Ein riskanter Trip in unerforschte Psychowelten beginnt.

Inception überzeugt mit Raffinesse und visueller Wucht

Schon in seinem zweiten Kinofilm "Memento", einem abschnittsweise rückwärts erzählten Psycho-Thriller, verwischte der britische Regisseur Nolan die Grenzen zwischen Realität und Erinnerung überaus geschickt, um die Zuschauer intellektuell herauszufordern. Und in den Hollywood-Spektakeln "Batman Begins" und "The Dark Knight" bewies das Regiewunderkind, wie man ausgelutschte Unterhaltungsmarken mit visionärem Einfallsreichtum neue Kraft einhaucht.

Sein Meisterstück aber legt Nolan mit "Inception" vor. Es ist der ambitionierteste Film, den Hollywood in diesem Sommer auf den Markt bringt. Er erfüllte die Erwartungen in den USA nicht nur kommerziell, US-Kritiker schwärmen auch von der Raffinesse und visuellen Wucht der Inszenierung. Nolan, der mehr als neun Jahre an dem Stoff arbeitete, kombiniert das bewährte Gerüst raffinierter Einbruchsfilme wie "Ocean"s Eleven" mit Elementen des Film Noir und Anleihen aus Traumreisenfilmen wie "The Cell" zu einem geistreichen Fantasy-Thriller. Dieser führt nach 007-Vorbild von Tokio über Paris und Mombasa bis Kanada, schürft aber tiefer, indem er den Schuldkomplex des Helden zum zentralen Motiv erhebt.

Vier Handlungsebenen fordern Aufmerksamkeit

Unter Nolans präziser Regie laufen Leonardo DiCaprio und sechs weitere Oscar-nominierte Schauspieler zu Hochform auf, wobei neben DiCaprio vor allem Cotillard als schillernde Femme fatale eine irritierende Intensität entwickelt. Wenn der Film im Schlussdrittel vier Handlungsebenen aufbaut und parallel erzählt, fordert er dem Publikum höchste Aufmerksamkeit ab. Auch wenn Nolan dabei die Schraube der Plausibilität zuweilen einen Tick zu stark anzieht, darf man wohl schon jetzt sagen: Ein Filmklassiker ist geboren. (ddp)

DerWesten

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