In "Project Almanac" verändern Zeitreisende die Gegenwart

Mit der Zeitmaschine scheint für die Freunde (v.l.) Quinn (Sam Lerner), David (Jonny Weston), Adam (Allen Evangelista) und Christina (Virginia Gardner) alles möglich.
Mit der Zeitmaschine scheint für die Freunde (v.l.) Quinn (Sam Lerner), David (Jonny Weston), Adam (Allen Evangelista) und Christina (Virginia Gardner) alles möglich.
Foto: Paramount Pictures
Was wir bereits wissen
In dem Science-Fiction-Film "Project Almanac" von Dean Israelite gehen Teenager auf eine Zeitreise, um Eingriffe in der Vergangenheit vorzunehmen.

Essen.. Zeitreisegeschichten verlangen dem Leser oder Kinogänger in der Regel einiges ab. Wer zu genau über die einzelnen Wendungen nachdenkt, wird sich meist schnell in Widersprüchen verstricken. Auch Dean Israelites Teenager-Drama „Project Almanac“ bleibt dieser Tradition treu. Jeder Eingriff in die Vergangenheit zieht ungeahnte Folgen nach sich. Also bleiben nur neue Eingriffe, um das Geschehene wieder ungeschehen zu machen. Ein wahrer Teufelskreis, aus dem es kaum ein Entkommen gibt.

So ergeht es auch dem stillen David Raskin (Jonny Weston). Der extrem ehrgeizige Schüler hat einen Studienplatz am renommierten MIT errungen. Nur steckt seine Familie seit dem Tod des Vaters in finanziellen Schwierigkeiten. Allein ein Verkauf des Hauses könnte David das Studium finanzieren. Doch dann hilft ihm ein Zufall. Auf dem Speicher entdeckt er eine alte Videokamera und einen Film, der eine verstörende Überraschung bereithält. Auf der Suche nach Antworten stößt David schließlich auf Entwürfe für eine Zeitmaschine.

Verwirrung auf der Zeitachse

Wer in der Zeit reist, kann sein Schicksal verändern. Auch ein Lotto-Gewinn ist möglich. Aber die Paradoxien, die sich durch die Eingriffe ergeben, lassen sich nicht mit Geld aus der Welt schaffen. Sie zehren alles andere auf. Die wachsende Verwirrung, in die David stürzt, erfüllt auch die Bilder dieses High-School-Films, der Romantisches und Phantastisches, Beobachtungen zum amerikanischen Alltag und SciFi-Schreckensvisionen äußerst geschickt vermischt.

Dean Israelite arbeitet von Anfang an mit „Found Footage“-Aufnahmen, die seine Protagonisten entweder mit ihren Mobiltelefonen oder mit der alten Videokamera gemacht haben. Die subjektiven Aufnahmen betonen vor allem die Unzuverlässigkeit der Bilder. Die Zeiten geraten auch visuell durcheinander. Ab einem gewissen Punkt wird es unmöglich zu sagen, wo man sich genau auf der Zeitachse des Geschehens befindet. Damit ergeht es einem wie David, diesem modernen Zauberlehrling, der die Geister, die er rief, nicht mehr los wird. Eine verstörende Erfahrung, die eine große Schwäche des Zeitreisen-Genres in eine eindrucksvolle Stärke verwandelt.

Wertung: Vier von fünf Sternen