In "Coherence" bringt ein Komet alles durcheinander

Seit ein Komet über Kalifornien hinwegfegte, ist vieles plötzlich komisch.
Seit ein Komet über Kalifornien hinwegfegte, ist vieles plötzlich komisch.
Was wir bereits wissen
Das Science-Fiction-Kammerspiel „Coherence“ setzt auf psychische Bedrohung und Verunsicherung. James Ward Byrkit arbeitet mit Mysterien und Anomalien.

Essen.. In T.S. Eliots berühmten Gedicht „Das wüste Land“ heißt es: „Auf diese Weise endet die Welt: Nicht mit einem Knall, sondern mit einem Wimmern...“ Ganz so ist es in James Ward Byrkits klaustrophobischem Science-Fiction-Kammerspiel „Coherence“ nicht. Einmal gibt es zwar durchaus einen lauten Knall. Doch der läutet nicht das Ende der Welt ein, sondern schreckt die acht Protagonisten des Films nur etwas auf und lenkt sie ab.

Mit einem zersplitterten Smartphone beginnen die Irritationen

Vier befreundete Paare treffen sich zu einer Dinner-Party in dem schicken, in den Hügeln über Los Angeles gelegenen Haus von Lee (Lorene Scarfaria) und Mike (Nicholas Brendon). Es soll ein entspannter Abend werden. Doch von Anfang an herrscht eine schwer greifbare Unruhe, die mit der Zeit größer und größer wird. Genau in dieser Nacht fliegt der Millersche Komet über Kalifornien hinweg, und es gab in den Medien schon die wildesten Spekulationen über mögliche Auswirkungen. Dass auf der Fahrt zur Party das Smartphone von Em (Emily Foxler) ohne ersichtlichen Grund zersplittert ist, beunruhigt die acht zwar noch nicht sonderlich, aber es ist zumindest eine erste Irritation.

James Ward Byrkit arbeitet in seinem Spielfilmdebüt konsequent mit solchen kleinen Mysterien und Anomalien. Nach und nach schlägt die Stimmung auf der Party um. Zu den üblichen privaten Plänkeleien kommen immer mehr seltsame Ereignisse. Je mehr die acht versuchen, den Ereignissen auf den Grund zu gehen, desto beunruhigender wird die Atmosphäre des Films. Der Komet hat etwas ausgelöst, und plötzlich kann sich niemand mehr sicher sein, wer die Menschen um ihn herum sind. Byrkit verzichtet dabei nahezu ganz auf die üblichen Genretricks. Er setzt vielmehr auf eine psychologische Bedrohung und Verunsicherung. Nicht die Bilder seines Erstlings sind beängstigend, sondern das, was nicht zu sehen ist.

Wertung: vier von fünf Sternen