"Heute bin ich Samba" – eine französische Einwanderer-Komödie

Wilson (Tahar Rahim, li.) kennt sich aus mit Tricks wie Scheinidentitäten und weiht Samba (Omar Sy) ein.
Wilson (Tahar Rahim, li.) kennt sich aus mit Tricks wie Scheinidentitäten und weiht Samba (Omar Sy) ein.
Foto: David Koskas
Was wir bereits wissen
Dem illegal eingewanderten Samba droht die Abschiebung, doch dann trifft er auf trickreichen Algerier Wilson und die depressive Geschäftsfrau Alice.

Essen.. Samba heißen, aber nicht Samba tanzen, das ist die eine Facette des Titelhelden aus der französischen Gesellschaftskomödie „Heute bin ich Samba“. Samba aus dem Senegal wird gespielt von Omar Sy, dem erfrischenden Helden aus dem Welterfolg „Ziemlich beste Freunde“. Omar Sy hat in Frankreich mittlerweile einen Status, wie ihn Will Smith vor zehn Jahren in Hollywood hatte, und er nutzt seine Position, um Bewusstsein zu schaffen für Minderheiten und gegen Vorurteile.

Das gelingt dem Regieteam Éric Toledano und Olivier Nakache gleich zum Einstieg mustergültig, wenn die Kamera in ein Luxusrestaurant Einzug hält, an der gut betuchten Kundschaft vorbei nach hinten in die Küche hinein fährt und von dort weiter bis zum Ende des Gebäudes, wo der illegal eingewanderte Samba das Geschirr spült. Der junge Mann hätte das Zeug zum Koch, doch fehlt ihm die Aufenthaltsgenehmigung. Der Gang zur Behörde fällt desaströs aus. Samba droht die Abschiebung.

Unerwartete Hilfe bekommt er von zwei Seiten. Der Algerier Wilson (Tahar Rahim aus Fatih Akins „The Cut“) kennt sich aus mit kleinen Tricks wie etwa einer brasilianischen Scheinidentität; der Brasilianer ist als Gastarbeiter in Frankreich lieber gesehen als der Afrikaner. Und dann ist da die Geschäftsfrau Alice (Charlotte Gainsbourg), die nach einem Burnout-Anfall das Metier wechselte und nun Ausländern bei den Einbürgerungsmodalitäten hilft.

Leicht, aber nicht leichtfertig

Alice ist furchtbar schüchtern, aber Samba gefällt ihr; zu dumm, dass der auch eher ein scheuer Typ ist. Es kommt immer wieder zu amüsanten oder anrührenden Momenten in diesem leichten, aber niemals leichtfertigen Film, und all die guten Momente haben damit zu tun, dass Regie und Darsteller sich weder Betroffenheitsgefühlen andienen, noch den Erwartungen an flotte Sprüche à la „Monsieur Claude“ das Wort reden.

Die Stärke dieses Films ist es, dass er seine Figuren ernst nimmt. Deshalb leben sie auf der Leinwand, deshalb fiebert man mit. Die Gefühle sind echt, genau darum geht es im Kino.

Wertung: vier von fünf Sternen