Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Animationsfilm

Die Superhelden unserer Kindheit als „Hüter des Lichts“

28.11.2012 | 18:21 Uhr
Die Superhelden: (v.l.) Jack Frost, der australische Osterhase, der russische Weihnachtsmann „North“ und der Sandmann im Kampf gegen das Böse.Foto: Courtesy of DreamW

Essen.  Der Schwarze Mann hat einen Namen: Pitch. Mit seiner Armee der Albträume jagt er Kindern Angst ein, will nun die Welt in ewige Dunkelheit verhüllen. Doch zum Glück gibt es die Hüter des Lichts. Und das sind: der Weihnachtsmann, der Osterhase, die Zahnfee und der Sandmann. In diesem Animationsfilm werden die Heroen unserer Kindheit zu Superhelden.

Produzenten denken nun mal in Besuchersegmenten. Was also bei den Teens und Twens so blendend funktioniert hat, das sollte doch auch in abgewandelter Form bei kleineren Kindern funktionieren. Deshalb gibt es jetzt nach dem Superhelden-Auflauf in „The Avengers“ auch eine Heldenzusammenballung für die Jüngeren. In „Hüter des Lichts“ kämpfen nun der russische Weihnachtsmann „North“, die Zahnfee, der Sandmann, der australische Osterhase und der eiskalte Jack Frost gegen den gemeinsamen Erzfeind. Der trägt den Namen Pitch und ist ein wahrhaft finsterer Geselle. Das Schattenwesen, lange Zeit in der Versenkung verschwunden, will die seligen Weihnachtsträume der Kinder in Alpträume verwandeln und die Welt mit Dunkelheit überziehen.

Quirlig und humorvoll

Stammen die „Avengers aus dem Bereich der Comic-Books, so haben auch die Hüter (im Original: Guardians) ein literarisches Vorbild. Es handelt sich um die Kinderbuch-Reihe „Die Hüter der Kindheit“ von dem Autor und Designer William Joyce, der zwar selbst schon für einen animierten Kurzfilm einen Oscar erhalten hat, hier aber nur als Ausführender Produzent im Hintergrund wirkt. Bei dem Regie-Neuling Peter Ramsay ist das Werk in besten Händen, obwohl er bisher hauptsächlich als Storyboard-Künstler gearbeitet hat.

Nimmt man den Film mal ganz wertfrei unter die Lupe, dann erlebt man einen quirligen, sein 3D-Verfahren geschickt ausspielenden Animationsfilm, in dem die mythischen Helden der Kindheit sich in die Schlacht gegen das Böse werfen. Es fehlt weder an Action, an Tempo noch an der nötigen Prise Humor. Die russisch radebrechende Weihnachtsmann-Figur beispielsweise flucht gern und oft, wobei sie am liebsten die Namen russischer Komponisten benutzt: „Rimski-Korsakov!!!“. Der grausliche australische Akzent des mannshohen Osterhasen, im Original von Hugh Jackman gesprochen, geht leider bei der Synchronisation verloren.

Während die Zahnfee mit ihrem farbenprächtigen Vogelkleid nicht wesentlich in das Geschehen eingreift, bilden Jack Frost und der Sandmann ein wunderbares Gegensatzpaar. Hier die lebende Teenage-Eismaschine mit ihren schneeweißen Haaren, die uns mit ihrer blitzenden Schnelligkeit auch in der Luft die Schwerelosigkeit lehrt. Und dort der knuffige stumme Sand-Buddha mit seiner nachdenklichen Haltung, der majestätisch durch die Lüfte streift und sich dabei mit Zeichensprache verständigt.

Nur auf Geschenke ausgerichtet

Dennoch ist nun mal nicht zu übersehen, dass dieser Film aus den USA stammt und deshalb peinlich vermieden wird, einen christlichen Hintergrund zu Festen wie Weihnachten oder Ostern zu betonen. Kleine Kinder könnten sich verwirrt zeigen, dass nach der Wandlung des Nikolaus in den Christkind-Ersatz Santa Claus nun auch noch eine fluchende russische Ausgabe des Herrn existiert. Und natürlich ist jedes Fest nur auf Geschenke ausgerichtet, aber das kennt man ja auch aus anderen Hollywood-Filmen: Bei „North“ schuften unentwegt Yetis in der Spielzeug-Werkstatt, während unzählige kleine Wichtel sich am liebsten vor der Arbeit drücken.

Video
Als der Schwarze Mann die Welt in ewige Dunkelheit hüllen will, ziehen die Hüter des Lichts in den Kampf: Weihnachtsmann, Osterhase, Zahnfee, Sandmann und Jack Frost eilen zur Rettung … Fantasy von Peter Ramsey. USA '12, FSK: k. A. Start: 29.11.12

Woher der Osterhase seine gigantischen Mengen an Eiern bezieht, bleibt hingegen ein wenig schleierhaft. Immerhin ist es dieser Bruder Langohr, der zumindest eine Erklärung für das Osterfest liefern möchte: „Ostern, das bedeutet doch Hoffnung.“ So falsch liegt er da gar nicht, auch wenn er den Namen Jesus dabei unerwähnt lässt.
Wertung: 4 von 5 Sterne

Arnold Hohmann

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
„Lost River“ – Das düstere Regiedebüt von Ryan Gosling
Drama
Mit dem Drama „Lost River“ gibt der Kanadier Ryan Gosling („Drive“) sein Debüt als Regisseur und zeichnet ein dunkles Bild von der Gesellschaft.
„Tracers“ – Im Vollsprint durch die Straßenschluchten
Actionfilm
In dem Actionfilm „Tracers“ spielt Taylor Lautner einen Fahrradkurier, der Schulden bei der chinesischen Mafia hat und gehörig auf Trab gehalten wird.
Wenn in San Francisco und Los Angeles die Erde bebt
Katastrophenfilm
In dem Katastrophenfilm „San Andreas“ spielt Actionstar Dwayne Johnson einen Rettungspiloten, der nach einem Erdbeben Frau und Tochter retten muss.
„Poltergeist“ – Gänsehautkult kehrt auf die Leinwand zurück
Horror
Die Neuauflage des Horrorfilms „Poltergeist“ aus dem Jahr 1982 wirkt wie eine Kopie des Urfilms – das Remake bietet deshalb kaum Überraschungen.
Wundervolle Bilder aus dem Niemandsland
Drama
Das bewegende Drama „Die Maisinsel“ des georgischen Regisseurs George Ovashvili kommt fast ohne Dialoge aus und beeindruckt mit seinen Bildern.
Fotos und Videos
STAR WARS Identities in Köln
Video
Ausstellung
Yoda und Darth Vader in Köln
Bildgalerie
Star Wars
Superhelden gegen Roboter
Bildgalerie
Avengers 2
"Mr Spock" - Leonard Nimoy ist tot
Bildgalerie
Fotostrecke
article
7339570
Die Superhelden unserer Kindheit als „Hüter des Lichts“
Die Superhelden unserer Kindheit als „Hüter des Lichts“
$description$
http://www.derwesten.de/kultur/kino/helden-unserer-kindertage-id7339570.html
2012-11-28 18:21
Kino