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Studiozirkus

„Cirque de Soleil“ – Ein Hauch von Zirkus

06.02.2013 | 16:54 Uhr
„Cirque de Soleil“ – Ein Hauch von Zirkus
Keimfreie Kunst? Die Aufnahmen aus der Studiohalle wissen beim "Cirque du Soleil"-Film nicht immer zu überzeugeb.Foto: Mark Fellman/Paramount Pictures

Essen.  Zirkus live, das ist Schweiß und Arbeit. Zirkus aus dem Studio das ist der neue Film zum kanadischen Zirkus „Cirque de Soleil“. Der Film schafft nicht, den fehlenden Kitzel des Live-Feelings mit eigenen Gestaltungsmöglichkeiten zu kompensieren. Mit Kino hat das wirklich nichts zu tun.

Zirkusluft, ein Hauch Manegenduft – so besang einst Freddy Quinn jenes Flair von Abenteuer und Unabhängigkeit, Schweiß und harter Arbeit und der Präsentation all dessen unter der Zirkuskuppel, die dann Zuschauer allen Alters in atemloses Staunen versetzt, wenn sie live dabei sind. Der Film „Cirque du Soleil“ versucht nun, seine Traumwelten fürs Kino als Show-Ereignis schmackhaft zu machen.

Dafür stellte das kanadische Zirkusunternehmen eine Art Best-of-Programm zusammen unter der Leitung von Andrew Adamson, dem Regisseur der ersten beiden „Shrek“- und „Narnia“-Filme. Dessen Inspiration ist es, die Einzelauftritte durch eine Rahmenhandlung im Stile von „Alice im Wunderland“ zu verbinden. Da verliebt sich eine junge Frau auf einem Rummelplatz in einen Zirkusarbeiter, der sich als Trapezartist entpuppt. Als der während seines Auftritts abstürzt und im Sand der Manege versinkt, folgt die Frau ihm nach und gelangt in eine Traumwelt.

Schlangenmenschen, Schwertkämpfer und Kraftprotze

Was es dabei zu sehen gibt, ist für sich sensationell. Schlangenmenschen strapazieren die Physiognomie ihrer Körpers, Kraftprotze treiben gewaltige Rhönräder an (eine Sequenz im Stile Musikvideo zum Hit „Wild Boys“ der Band Duran-Duran) und fernöstliche Schwertkämpfer attackieren sich an vertikaler Wand. Das ist Artistik auf höchster Stufe. Aber weil in einer Studiohalle gedreht wurde und die Kulissenhaftigkeit weder dramatisch erhöht noch ironisch gebrochen wird, bleibt es keimfreie Kunst.

Dazu trägt auch das Spiel der Akteure bei, deren Gestik und Mimik für jegliche Nahaufnahme ungeeignet ist, weil sie entweder zu dick auftragen oder gar nichts vermitteln. Der Film schafft auf diese Weise nicht, den fehlenden Kitzel des Live-Feelings mit eigenen Gestaltungsmöglichkeiten zu kompensieren, indem etwa die Filmhandlung mittels erzählerischer oder filmtechnischer Stilmittel auf eine akrobatische Höchstleistung hin zuarbeitet. Es ist eben lediglich eine Abfolge von Showszenarien, bei denen der Zuschauer trotz der (nachträglich erstellten) 3D-Effekte außen vor bleibt.

So ergibt sich zwar für all jene, denen die Live-Show zu teuer ist, hier die Möglichkeit, den Cirque du Soleil einmal in erschwinglichem Kostenrahmen zu begutachten. Aber mit Kino hat das wirklich nichts zu tun.
Wertung: Drei von fünf Sternen

Uwe Mies

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„Cirque de Soleil“ – Ein Hauch von Zirkus
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2013-02-06 16:54
Kino