"Duff" – eine High-School-Komödie der gelungenen Art

Madison (Bella Thorne, r) tyrannisiert Bianca (Mae Whitman) in "Duff - Hast du keine, bist du eine".
Madison (Bella Thorne, r) tyrannisiert Bianca (Mae Whitman) in "Duff - Hast du keine, bist du eine".
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die High-School-Komödie "Duff – Hast du keine, bist du eine" ist ein satirischer, aber niemals boshafter Film aus der Welt der US-High Schools.

Zunächst ist wohl eine kurze Erklärung angebracht. Wie einst „Clueless“ und alle anderen zu Klassikern gewordenen amerikanischen Teenager-Filme ist auch Ari Sandels „Duff – Hast du keine, bist du eine“ eine Fundgrube für alle, die Spaß an sprachlichen Neuschöpfungen und ausgefallenen Abkürzungen haben. Sprache ist in diesen Filmen immer auch ein Mittel der Jugendlichen, eine eigene Identität zu entwickeln, sich von den Erwachsenen abzusetzen und dabei zugleich etwas Neues zu schaffen.

Satirisch, aber niemals boshaft

Doch zurück zu dem zunächst einmal etwas rätselhaften Titel von Sandels satirischer, aber niemals boshafter High-School-Komödie. „Duff“ steht für „Designated Ugly Fat Friend“, also für das Mitglied einer Clique, das äußerlich nicht mit seinen Freundinnen und Freunden mithalten kann. Die oder auch der „Duff“ hat dabei eine doppelte Funktion. Zum einen lässt der Kontrast die anderen noch attraktiver erscheinen. Zum anderen ist es für Außenstehende viel einfacher, erst einmal Kontakt zur Duff aufzunehmen. Die Hemmschwelle ist deutlich niedriger.

Die von Mae Whitman gespielte Einser-Schülerin Bianca fällt aus allen Wolken, als Wes (Robbie Amell), einer der Football-Stars ihrer Schule, ihr offenbart, sie sei eine Duff. Erst in diesem Augenblick wird ihr bewusst, dass sie tatsächlich in einer anderen sozialen Sphäre lebt als ihre beiden besten Freundinnen. Es ist ein Schock, der sie zu extremen Maßnahmen treibt. Erst bricht sie alle Brücken zu ihren Freundinnen ab. Dann wendet sie sich ausgerechnet an Wes, der Nachhilfe in Naturwissenschaften braucht, und bittet ihn, ihr zu zeigen, wie sie sich von ihrem Duff-Image befreien kann.

Bianca bleibt sich trotz ihrer Verwandlung treu

„Aschenputtel“-Geschichten, in denen sich ein auf den ersten Blick unscheinbarer Teenager schließlich als Schönheit entpuppt, sind seit langem ein fester Bestandteil des Genres. Aber Sandel nähert sich diesem Standard-Motiv, das praktisch allen pubertierenden Jugendlichen aus eigenen Erfahrungen vertraut sein sollte, auf eine neue, wunderbar ironische Weise an. Natürlich verwandelt sich auch Bianca. Aber zugleich bleibt sie sich treu.

Alles Äußere ist in „Duff“ wirklich nur Oberfläche, die Sandel zusammen mit seiner liebenswerten Heldin hinter sich lässt. So können sie auch das Thema Cybermobbing ernsthaft aufgreifen und trotz allem auf eine versöhnliche Botschaft setzen. Letztlich sind die, die Teenager wie Bianca terrorisieren, eben auch nur einsam und unsicher. Wer das erkennt, wird die Stürme der High-School-Zeit überstehen.

Wertung: vier von fünf Sternen