Drew Barrymore und der bedeckte Telefon-Sex
31.08.2010 | 16:25 Uhr 2010-08-31T16:25:00+0200
Essen.Romantische Komödien aus Hollywood gibt es zurzeit wie Sand am Meer. Die Dokumentaristin Nanette Burstein erzählt in ihrem ersten Spielfilm mit Drew Barrymore und Justin Long von einer Fernbeziehung. Das ist wenig aufregend - und hat ein Happy-End.
Früher war die romantische Komödie in Hollywood mal eine eigene, geachtete Kunstform. Heute werden die „RomComs“ (so die Kurzform) im Dutzend produziert. Mit immer anderen Gesichtern, alten Geschichten und wenig Wagemut. Von der Gedankenlosigkeit, mit der sie auf den Markt geworfen werden, zeugen auch die beliebigen deutschen Titel wie „Verrückt nach Dir “.
Verrückt nach irgendwem, das waren auf der Leinwand schon viele. Und deshalb hat man gedanklich schon fast wieder mit dem Werk abgeschlossen, kaum dass der Abspann läuft. Was kann eine romantische Komödie im 21. Jahrhundert noch bemerkenswert machen? Drehbuchautor George LaTulippe hat sich für den größtmöglichen Realismus entschieden. Als Regisseurin dieses vermeintlich lebensnahen Liebesfilms wurde die Dokumentarfilmerin Nanette Burstein engagiert.
Die Verliebtheit frisch halten
Und wie sieht sie nun aus, diese aus dem Leben gegriffene Beziehung? Da sind zwei Menschen, die beruflich glücklose Erin (Drew Barrymore) und der etwas farblose Garrett (Justin Long). Beide nicht mehr blutjung, aber auch noch lange nicht gesettled, in zwei weit entfernten Städten, San Francisco und New York, die ihre Verliebtheit über viele Monate und Meilen mit den viel zu wenigen Wochenendbesuchen frisch zu halten versuchen. Das ist schon fast die ganze Geschichte. Fernbeziehung, berufsbedingt, das ist natürlich ein zeitgemäßes Thema. Dabei wird emsig gesimst, gemailt und ferngeflirtet.
Die Ankündigung, dass zwei einsame Herzen ihren Puls hier mit Telefonsex zu beschleunigen versuchen, sollte man allerdings nicht mit den mitternächtlichen Lustbarkeiten deutscher Privatsender verwechseln. Alles bleibt hier hübsch konform und unter der Bettdecke.
Zuviel Realismus sollte man von Hollywood-Produkten ohnehin nicht erwarten. Auch die modernen Romanzen schalten am Ende zuverlässig auf Happy-End-Autopilot. Zumindest in dieser Hinsicht hält man sich bis heute an die alten Maßstäbe.
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