Die glitzernde Welt der "Werbe-Fuzzis"
31.07.2008 | 01:22 Uhr 2008-07-31T01:22:00+0200
Dortmund. Octave ist einer dieser Menschen, die manche Zeitgenossen abfällig "Werbe-Fuzzis" nennen. "39,90", die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Frédéric Beigbeder kommt in die Kinos.
Deutscher Kinostart: 31.07.2008
Regie: Jan Kounen
Darsteller: Jean Dujardin, Jocelyn Quivrin, Patrick Mille, Vahina Giocante, Elisa Tovati u.a.
Er ist ein Star unter den französischen Kampagnenmachern. Smart und unbändig kreativ, hat er es in einer der größten Agenturen des Landes zur rechten Hand des Chefs gebracht und führt auch privat ein Leben auf der Überholspur. Doch dann wirft Olivier die Brocken hin und beschließt, ein anderer Mensch zu werden.
Mit "39, 90" hat der Niederländer Jan Kounen den gleichnamigen Bestseller von Frédéric Beigbeder verfilmt, der selbst ein renommierter Werbe-Texter war, bevor er mit diesem Roman die französische Literaturszene stürmte.
Buch wie Film sind eine kenntnisreiche, bitterböse Abrechnung mit der Glitzerwelt der Werbung, ihren aufgeblasenen Sprüchen, den Millionenetats und verblendeten Machern, die sich für den Nabel der Welt halten. Sie hasten von einem Brainstorming zum nächsten Meeting und wissen kaum, wie sie in ihrer knappen Freizeit all das schnell verdiente Geld wieder ausgeben sollen.
Dem Regisseur gelingt es, der Schnelllebigkeit dieses Treibens eine durchweg stimmige filmische Entsprechung zu geben. In rasanten Schnittfrequenzen tut sich hier eine durch und durch selbstverliebte Gesellschaft auf, deren Mitglieder sich zwischen Koks-Partys und unverbindlichem Sex an ihrem eigenen Größenwahn berauschen.
Der Aussteiger Octave wird von Jean Dujardin glänzend verkörpert. Bei allem Zynismus hat der Film damit einen Sympathieträger. Auch ihm ist es zu verdanken , dass diese rasante Reise durch die Welt des schönen Scheins sich nicht ihrerseits in Oberflächlichkeiten erschöpft, sondern einen angenehm melancholischen Grundton hat.
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