"Der Koch" – Das Geschäft mit aphrodisischen Speisen

Was wir bereits wissen
Der Schweizer Martin Suter ist als Autor weltweit erfolgreich. Fürs Kino ist nach „Lila Lila“ und „Small World“ nun auch sein Roman „Der Koch“ verfilmt worden. In dem betreibt ein Asylbewerber tamilischer Herkunft ein Catering-Service der besonderen Art. Es geht um aphrodisische Speisen.

Essen.. Der Schweizer Martin Suter ist als Autor weltweit erfolgreich. Fürs Kino ist nach „Lila Lila“ und „Small World“ nun auch sein Roman „Der Koch“ verfilmt worden.

Die Titelrolle spielt ein Asylbewerber tamilischer Herkunft in Zürich. Maravan (Hamza Jeetooa) arbeitet als Aushilfskraft in einem Sternelokal und fühlt sich dort maßlos unterfordert, ist er doch begnadeter Koch mit besonderer Ausbildung in aphrodisischen Speisen.

Seine Kollegin Andrea (Jessica Schwarz) unterbreitet ihm deshalb die Geschäftsidee für einen gemeinsamen Catering-Service. Dank der Kontakte einer Sexualtherapeutin wird „Love Food“ schnell ein Erfolg – und mehr. Auch die zahlungskräftige Klientel aus Politik und Wirtschaft läuft bald auf. Maravan freut sich über das Geld, das er seiner Familie in die Heimat schickt. Er weiß aber auch, dass seine Speisen Unmoralisches forcieren. Das schmeckt ihm nicht.

Aphrodisische Speisen

Regisseur Ralf Huettner schwingt sich seit seinem spektakulär skandalösen Debüt „Babylon“ immer wieder mal zu Filmen auf, in denen er sein Gespür für Kinobilder mit sinnlicher Optik ausspielen kann. Das Problem: Seine Vision löst bei Förderinstitutionen eher Bedenken als Enthusiasmus aus. So ist das auch bei diesem Film, in dem Sex als taktische Waffe zwar eine wesentliche Rolle spielt, in der konkreten Umsetzung aber dem gestalterischen Korsett einer Pilcher-Schmonzette gehorchen muss. So kurz wie die Erotik kommt auch der Polit- und Psychothrill.

Man erlebt passabel gestimmte Schauspieler in gepflegten Interieurs, aber nie einen Moment, der den Einsatz des Films auf der großen Leinwand rechtfertigte.

Wertung: zwei von fünf Sternen