Der Indianer-Fan Max will "Winnetous Sohn" werden

Max (Lorenzo Germeno, l.) hält sich für einen echten Indianer. Sein Vater (Christoph Letkowski) unterstützt ihn.
Max (Lorenzo Germeno, l.) hält sich für einen echten Indianer. Sein Vater (Christoph Letkowski) unterstützt ihn.
Foto: Stefan Erhard/Weltkino Filmverleih
Was wir bereits wissen
In "Winnetous Sohn" hält sich ein zehnjähriger Junge für einen Indianer. Und will bei den Karl-May-Festspielen eine entsprechende Rolle übernehmen.

Essen.. Der deutsche Kinderfilm braucht unbedingt einen Kreativitätsschub. Die alles dominierenden Verfilmungen von berühmten Romanen, Fernsehserien und Hörspielen sind zwar oft sehr erfolgreich, aber auf Dauer eine Sackgasse. Aus der soll nun die vor einigen Jahren ins Leben gerufene Initiative „Der besondere Kinderfilm“ herausführen.

Die Idee, Drehbuchautoren und Produzenten zu unterstützen, die andere Wege gehen wollen, ist ohne Zweifel ehrenhaft. Allerdings erfüllt der erste aus dem Projekt hervorgegangene Film, André Erkaus „Winnetous Sohn“, noch längst nicht alle Erwartungen und Hoffnungen.

Aufdringliche pädagogische Botschaft

Der zehnjährige Max (Lorenzo Germeno) ist überzeugt, ein Indianer zu sein. Schließlich hat ihm das sein selbst noch ziemlich unreifer Vater Torsten (Christoph Letkowski) immer wieder gesagt. Als bei den Karl-May-Festspielen in Wolfitz-City der Darsteller von Winnetous Sohn ausfällt, steht für Max fest, dass nur er diese Rolle spielen kann.

Dass er dafür Reiten lernen muss, ist in seinen Augen nur ein kleines Hindernis. Also verpflichtet er den schweigsamen Einzelgänger Morten (Tristan Göbel) als Trainer und baut ansonsten auf seinen Vater. So verwandelt sich ein dicklicher und auf den ersten Blick ziemlich naiver Zehnjähriger tatsächlich in einen Indianer.

Etwas Ähnliches hätte auch André Erkau und dem Autoren-Duo Anja Kömmerling und Thomas Brinx gelingen können. Nur hält irgendwann doch noch die triste Realität des deutschen Kinderfilms Einzug in dieses Western-Märchen. Und zu der gehören neben aufdringlichen pädagogischen Botschaften vor allem Erwachsene, die sich völlig idiotisch benehmen, was amüsant sein soll, aber letztlich nur nervt.

Wertung: Drei von fünf Sternen