Der geschmacklose Rosenkrieg "Mama gegen Papa"

Florence (Marina Fois) und Vincent (Laurent Lafitte) wollen sich scheiden lassen - aber keiner mag sich um die Kinder kümmern.
Florence (Marina Fois) und Vincent (Laurent Lafitte) wollen sich scheiden lassen - aber keiner mag sich um die Kinder kümmern.
Foto: TOBIS Film
Was wir bereits wissen
Die französische Komödie "Mama gegen Papa" krankt an schwer verdaulichen Gags und versinkt in Scheußlichkeiten rund um ein Familienleben.

Essen.. Eltern, vor allem Väter, die nicht gerade zimperlich mit ihren Kindern umgehen, haben in der französischen Komödie durchaus Tradition. Man denke nur an Molières „Geizigen“ oder den von dem Betrüger Tartuffe verführten Orgon. Aber selbst deren Gemeinheiten und Intrigen verblassen angesichts der Schauerlichkeiten, die sich in Martin Bourboulons „Mama gegen Papa – Wer hier verliert, gewinnt“ ein Ehepaar im Scheidungskrieg einfallen lässt.

Die Eltern verfallen in einen Zerstörungsrausch

Schon der Prolog, der uns Florence (Marina Foïs) und Vincent (Laurent Lafitte) noch zu ihren Uni-Zeiten zeigt, lässt keinen Zweifel daran, dass die beiden nie richtig erwachsen geworden sind. 15 Jahre später verfallen sie erneut in einen Zerstörungsrausch, als sich ihre zunächst noch harmonische Scheidung in eine Schlacht um das Sorgerecht für ihre drei Kinder entwickelt.

Der zynische Clou von Martin Bourboulons extrem geschmackloser Komödie ist nur, dass weder Florence noch Vincent die Kinder wollen. Beiden ist ihre Karriere um vieles wichtiger als ihr Nachwuchs. Also schrecken sie vor nichts zurück, um ihre Kinder zu vergraulen. Da kann es schon einmal vorkommen, dass Florence Spülmittel statt einer Sauce an die Spaghetti gibt. Und natürlich sucht sich Vincent ein Haus, in dem wirklich niemand leben möchte, und schon gar nicht Kinder, die in einer Villa aufgewachsen sind.

Als Cartoon hätte „Mama gegen Papa“ durchaus seinen Reiz. All die Terrorakte würden perfekt in eine Rosenkrieg-Variante von „Tom & Jerry“ passen. Doch diese missratene Satire bleibt in unserer alltäglichen Realität viel zu sehr verhaftet. Falsche Sentimentalität macht die an sich schon schwer verdaulichen Gags des Films endgültig ungenießbar.

Wertung: einer von fünf Sternen