Der Dreieckskiste fehlt das richtige Feuer

Udo (Eckhard Preuß, li.) liebt die kluge Doris (Jule Ronstedt, mi.) schon seit 14 Jahren. Dafür schläft er gelegentlich mit der schönen Maya (Julia Koschitz).
Udo (Eckhard Preuß, li.) liebt die kluge Doris (Jule Ronstedt, mi.) schon seit 14 Jahren. Dafür schläft er gelegentlich mit der schönen Maya (Julia Koschitz).
Foto: movienet
Was wir bereits wissen
Eckhard Preuß versucht sich in "Bocksprünge" als Regisseur und Hauptdarsteller. Die vielen Irrungen und Wirrungen haben zwar interessante Ansätze, alles in allem bleibt der Film aber hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Essen.. Ein Filmplakat kann viel über das verraten, was einen auf der Leinwand erwartet. „Bocksprünge“ zeigt drei Personen, einen Mann und zwei Frauen. Sie alle tragen Unterwäsche und schauen arg bedröppelt aus der selbigen. Irgendetwas muss mächtig schief gelaufen sein, der Neugierfaktor hält sich in engen Grenzen; zu Recht, wie sich dann in eher langen knapp anderthalb Stunden zeigt.

Udo hat eine Affäre mit Maya und wird von seiner Frau Doris erwischt, die zudem beste Freundin mit Maya ist. Diese Szene ist noch ganz nett, obwohl sie hinter allen geschürten Erwartungen an erotische Vitalität und komödiantische Sprengkraft deutlich zurückbleibt.

Dabei sieht Julia Koschitz in Unterkleidchen sexy aus und kann den dafür passenden Blick aufsetzen. Auch die gehörnte Jule Ronstedt darf im Verlauf der Handlung noch zeigen, dass sie eine Hübsche ist und mit komischem Timing drollig liebenswürdige Momente erwirken kann. Der Mann zwischen den Frauen ist Eckhard Preuß, der vor zehn Jahren minderen Kultruhm errang, als er in stoischer Mimik Günter Netzers Metamorphose vom Tippkickmännchen zum menschlichen Fußballer verkörperte.

Eckhard Preuß versucht sich aber auch von Zeit zu Zeit als Hauptakteur in Filmen unter eigener Regie nach eigenem Drehbuch. Was keine gute Idee ist, weil einerseits die passablen Ideen des Schreibers Preuß vom fehlenden Gespür des Regisseurs Preuß für Timing und Tempo verbockt werden und andererseits Preuß’ schauspielerisches Talent hinter dem der Ko-Akteure zurückbleibt.

Da hilft es denn auch wenig, dass noch einige weitere durchaus gut besetzte Handlungsstränge eingebaut wurden, um den bunten Reigen der erotischen Irrungen und Wirrungen so richtig zu verknoten. Insgesamt traut sich der Film zu wenig. Warum bloß?

Wertung: 2 von 5 Sternen