Dem Teutonen in Italien schmeckt's nicht, Maria
08.08.2009 | 16:11 Uhr 2009-08-08T16:11:00+0200
Essen. Die Verfilmung von Jan Weilers Bestseller "Maria, ihm schmeckt's nicht" mit Christian Ulmen ist Vieles, aber ein bisschen zu wenig italienisch. Erzählt wird von teutonischen Empfindlichkeiten, süditalienischem Sippenterror und dem herrschenden bürokratischen Schlendrian.
Wer den amerikanischen Film „My Big Fat Greek Wedding” gesehen hat, der weiß, dass Hochzeiten die beste Gelegenheit bieten, aus der Kollision der Kulturen Komik zu saugen. Nach diesem Rezept funktioniert nun auch die deutsch-italienische Komödie „Maria, ihm schmeckt's nicht” von Neele Leana Vollmar, die von teutonischen Empfindlichkeiten ebenso erzählt wie von süditalienischem Sippenterror und dem herrschenden bürokratischen Schlendrian.
Auf der sicheren Seite ist man nicht nur des Themas wegen, sondern auch dank der Tatsache, dass Jan Weilers gleichnamiger Bestseller zugrunde liegt, der über ein Jahr in den Verkaufslisten prominent geführt wurde. Weiler selbst hat nun versucht, gemeinsam mit einem Co-Autor die episodische Struktur seines Buches in eine zusammenhängende Erzählung zu verwandeln. Der deutsche Sachbuchlektor Jan (Christian Ulmen) will darin die Halbitalienerin Sara (Mina Tander) ehelichen, was für den künftigen Schwiegerpapa Antonio (Lino Banfi) natürlich nur im apulischen Campobello in Betracht kommt.
Ulmen sorgt für nötigen Humor
Deutscher Kinostart: 06.08.2009
Regie: Neele Leana Vollmar
Darsteller: Christian Ulmen, Lino Banfi, Mina Tander, Maren Kroymann u.a.
Der Humor entwickelt sich vor allem deshalb, weil der blasse Jan nun wahrlich nicht der mediterrane Typ ist. Er bricht mit seiner Meeresfrüchte-Allergie schier zusammen vor Bergen von Tintenfisch, er kann nicht schwimmen und die Vereinnahmung durch eine Großfamilie ist ihm ein Greuel. Ulmen tut sein Bestes in dieser Rolle und absolviert die Pointen in Bildern von schlichter Fotografie.
Dass Jans Zukünftige sich allmählich verändert, dass sie mehr und mehr „italienisch” wird, davon nimmt der Film viel zu wenig Notiz. Dabei kann Regisseurin Vollmar sonst so genau hinsehen, wie sie mit ihrem Aussteigerfilm „Urlaub vom Leben” gezeigt hat.
23:10
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