"Das ewige Leben" - Simon Brenners vielleicht letzter Fall

Was wir bereits wissen
Es könnte Brenners letzter Fall sein. Dieses Mal kehrt der österreichische Detektiv nach Graz zurück, in die Stadt seiner Jugend. Es geht blutig zu.

Essen.. Simon Brenner ist Österreichs Antwort auf all die abgerissenen Privatdetektive, die für kleines Geld in anderer Leute schmutziger Wäsche wühlen. „Das ewige Leben“ heißt der neue Film, in dem Brenner seinen vielleicht letzten Fall auf der Leinwand bestreitet. Es beginnt mit Brenners Rückkehr in die alte Heimat Graz. Das Haus, das ihm als letztes Familienstück blieb, ist arg heruntergekommen, Geld für Reparaturen gibt es keines, Gas und Strom sind aus; immerhin darf man den Radiator mal beim Nachbarn an die Steckdose stöpseln.

Und da sind diese Kopfschmerzen, die sich partout nicht mehr wegsaufen lassen. Als er es nicht mehr aushält, jagt Brenner sich eine Kugel in den Kopf. Er überlebt und muss erkennen, dass Graz sehr mörderisch sein kann, wenn man sich zu sehr für die eigene Vergangenheit und die Freunde von damals zu interessieren beginnt.

Der etwas andere Privatdetektiv

Der etwas andere Privatdetektiv, erfunden von Wolf Haas und auf der Leinwand nunmehr zum vierten Mal (nach „Komm, süßer Tod“, „Silentium“ und „Der Knochenmann“) verkörpert von Josef Hader, das ist „True Detective“ mit Schmäh und schlechter Laune, böse im Witz und erneut Ösi-authentisch inszeniert von Wolfgang Murnberger.

Hader ist mit der Brenner-Rolle über 15 Jahre hinweg als Schauspieler gealtert und gereift in einer Weise, dass die Figur mit niemand anderem mehr vorstellbar ist. Haders Brenner ist definitiv un-superheldenhaft, irdischen Genüssen zugetan, kein Moralist, aber einer mit Moral. Charaktergrau wie der Held ist auch Murnbergers Regie, die keinen Sonnenstrahl ins liebliche Graz einfallen lässt.

Tobias Moretti, unglaublich gut

Nichts wirkt sympathisch oder einladend, schon gar nicht Tobias Moretti, der mittlerweile so gut ist, dass er als Gegenspieler seine Augen nur eine Nuance weiter öffnen muss, um Gefahr auszudrücken. Die Deutsche Nora von Waldstätten gibt eine sexy Femme fatale, was bei ihrem Aussehen auf der Hand liegen sollte, bislang aber nur in Frankreich und Österreich erkannt wird. Was dann auch ein Grund ist, weshalb dieser milieudichte Krimi mit Psychotiefgang sehenswertes Kino ist.

Wertung: Vier von fünf Sternen