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Darf Rüpel Til Schweiger ins Kinderkino?

11.01.2008 | 08:54 Uhr
Darf Rüpel Til Schweiger ins Kinderkino?

Manche Eltern ärgert die derbe Sprache von „Keinohrhasen“ – und die Tatsache, dass der Film ab sechs Jahre freigegeben ist.

Keinohrhasen. © 2007 Warner Bros. Ent.

Ludo, der „Held“ von „Keinohrhasen“, gespielt von Til Schweiger, ist ein symphatischer Rüpel, der dem lockeren Leben und sexueller Ausschweifung nicht abgeneigt ist. Und dies deftig ausdrückt. Zu deftig, bemängeln Eltern, die mit ihren Kindern den Film besuchten. Deutlich zu deftig für eine Altersfreigabe von sechs Jahren durch die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) in Wiesbaden. Und deshalb bekommt die FSK jede Menge böser Emails und Anrufe.

„Eine Reaktion, die ich verstehen kann", sagt Birgit Goehlnich. Sie ist eine der drei ständigen Vertreter der obersten Landesjugendbehörden, die mit ehrenamtlichen Vertretern weiterer Bundes- und Landesbehörden, der Kirchen und der Video- und Filmwirtschaft Kinofilme und DVDs eine Altersfreigabe erteilen, gesetzlich verpflichtend für Kinobetreiber und Verleiher.

Verständlich aber auch, weil Birgit Goehlnich Teilnehmerin des Gremiums war, das „Keinohrhasen“ bewertete – durchaus kontrovers und mit knappem Ergebnis zugunsten der „ab 6 Jahre“ – Freigabe.

Keinohrhasen. © 2007 Warner Bros. Ent.

Was aber sind die Kriterien für die Altersfreigabe, von der Filmwirtschaft gerne möglichst niedrig erwünscht?

„Die Ausschussmitglieder charakterisierten `Keinohrhasen´ als romantische Liebeskomödie, die gekonnt das Thema Liebe mit überzeugenden Darstellern wie Nora Tschirner und Til Schweiger umsetzt.“ Positive Helden, die positive Message, ein Happy End – da darf es zwischendurch schon mal derber zugehen? Zwei Vorbildfiguren gleichen ein hingemurmeltes „ficken“ aus?

Nicht ganz: Die Kommission diskutiert kontrovers, hat aber klare Vorstellungen: Neben einer positiven Story und für kleine Kinder tragfähige Vorbildfiguren zählen noch andere Kriterien: Ist der Film eher dunkel oder hell gehalten? Gibt es schnelle Schnitte oder längere Einstellungen? Und vor allem: Gibt es ein „happy end“?

„Kleine Kinder verstehen nicht, wenn eine Geschichte ein offenes Ende hat und der Held kein „happy end“ erfährt.“ Da ist die von der Filmwirtschaft gefürchtete „12 Jahre“-Freigabe fast schon vorprogrammiert.

Keinohrhasen. © 2007 Warner Bros. Ent.

Was „Keinohrhasen“ angeht: Birgit Goehlnich lobt die kindgerechte Geschichte, die in einer ebenso kindgerechten Umgebung spiele, dazu die Kindergärtnerinnen im Film als sehr positiv dargestellte Identifikationsfiguren – und auch der Wandel Ludos vom sexbesessenen Halodri zum fürsorglichen Partner beeinflusste die Kommissionsentscheidung – oder: Die inhaltliche positive Orientierung des Films steht über einzelne, derb sexualisierte Sprüche.

Natürlich gibt es die Möglichkeit, dass sich Bürger an die zuständigen Jugendministerien der Länder wenden, um eine nochmalige Prüfung des Films zu veranlassen – ein Prozedere, das verhältnismäßig selten vorkommt. Das würde den Erfolg des Filmes nicht sonderlich beeinflussen, eher die kommende DVD-Vermarktung.

Worauf Birgit Goehlnich aber besonderen Wert legt: „FSK-Kennzeichnungen sind keine pädagogischen Empfehlungen, sondern sollen sicherstellen, dass das körperliche, geistige oder seelische Wohl von Kindern und Jugendlichen einer bestimmten Altergruppe nicht beeinträchtigt wird.“

Also: Bevor Mami und Papi samt Sprössling schockiert aus einem „ab sechs“-Film kommen, sollten sie sich diesen Film vielleicht vorher alleine ansehen. Das freut auch die Filmwirtschaft.

Hans-Martin Gross

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Kommentare
25.01.2008
18:34
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #13

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

09.01.2008
23:24
Darf Rüpel Til Schweiger ins Kinderkino?
von Luxusluder | #12

Ich fand den Film klasse, bekam manchmal kaum noch Luft vor lauter lachen.
Für Sechsjährige würde ich ihn allerdings auch nicht empfehlen.
Trotzdem verstehe ich die Aufregung nicht.
Ich informiere mich ja auch vorher, ob mir ein Film ggf gefallen könnte. Wozu gibt es Zeitschriften und das Internet?
Also nicht hinterher aufregen, sondern vorher informieren!!!

09.01.2008
20:28
Darf Rüpel Til Schweiger ins Kinderkino?
von Monika | #11

Bei der FSK sollen Filme auf ihre ethische und moralische Wertevermittlung geprüft werden.Viele Szenen in dem Film, den ich als Erwachsene sehr gelungen fand, sind einfach für Kinder ab 6 unpassend!!!unmoralisch!!! und nicht geeignet, nur weil viel im Kindergarten gespielt wird???.....Ich als Mutter möchte mich ein wenig auf die Altersbegrenzung verlassen können, ohne vorher den Film anschauen zu müssen!!!!

09.01.2008
15:55
Darf Rüpel Til Schweiger ins Kinderkino?
von Tanja GRaumann | #10

Tja, vielleicht sollten sich die Eltern auch mal vorher schlau machen, was man sich ansieht. Und eine 6 FSK bedeutet ja auch nicht automtisch das es sich um einen Kinderfilm handelt:-)))

Wir sollten froh sein, das es noch den deutschen Film gibt.
Die Amis bringen den größeren Schrott, der auch ab 6 freigeben ist.

09.01.2008
15:35
Darf Rüpel Til Schweiger ins Kinderkino?
von erziehe auch | #9

Da haben die sorgsamen Eltern wohl noch nie das Vorabendprogramm gesehen.
Und wie die lieben kleinen im Kindergarten miteinander reden, ist auch völlig vom anderen Stern, was?
Und bei +10° wird nicht mehr draußen gespielt, und wenn dann nur mit Daunenjacke, Schal und Handschuhe.
Hallo, willkommen im Leben !!!

09.01.2008
13:26
Darf Rüpel Til Schweiger ins Kinderkino?
von henk | #8

ich finde die Disskussion erübrigt sich dank eines perfekten Schlusssatzes im Artikel: Also: Bevor Mami und Papi samt Sprössling schockiert aus einem „ab sechs“-Film kommen, sollten sie sich diesen Film vielleicht vorher alleine ansehen. Das freut auch die Filmwirtschaft.

09.01.2008
12:42
Darf Rüpel Til Schweiger ins Kinderkino?
von bernie-abg | #7

1.Lesen Sie bitte die letzten beiden Absätze nochmal genau durch. Es geht bei der FSK darum ob dem Kind Schaden zugefügt wird, nicht ob es den Film versteht.
2. Viele Eltern wissen nicht mal das auf den MP3-Playern ihrer Kinder Sido und Bushido die deutsche Sprache quälen, hier sollten die Eltern erst mal die heimische Festplatte aufräumen.
3. Die FSK ist nicht dazu da die Kinder zu erziehen.

09.01.2008
10:06
Darf Rüpel Til Schweiger ins Kinderkino?
von Calin | #6

Ich finde den Film gradnios, muss mich aber der Meinung anschliessen und verwundert die Schultern zucken warum dieser Film ab sechs Jahren freigegeben ist. Natürlich ist für Kinder in diesem Alter Sexualität noch kein großes Thema, trotzdem glaube ich das dies dann eher zu Unverständnis führt.

Klar gibt es eine positive Grundstory und ein HAPPY-END, aber der Plot ist so vielschichtig das kleine Kinder schon an der ersten Ebene scheitern werden.

09.01.2008
08:57
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

09.01.2008
06:43
Darf Rüpel Til Schweiger ins Kinderkino?
von M.M. | #4

......heißt das nicht vro padis ???

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