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3D-Kino

Camerons "Avatar" wird für kleine Kinos zur Kostenfalle

16.12.2009 | 13:14 Uhr
Camerons

Hagen. Er soll ein neues Filmzeitalter einläuten. Mit Produktionskosten von geschätzten 300 Millionen Dollar übertrifft James Camerons „Avatar” sogar Titanic. Doch seit längerem brodelt es hinter den Kulissen. Einige 3D-Kinos fühlen sich von Twentieth Century Fox benachteiligt.

Pünktlich zum Film Avatar, der am Donnerstag offiziell startet und Mittwoch Vorpremiere feiert, ändert Fox nämlich die Verleihbedingungen. Bisher flossen die Einnahmen aus dem Verleih oder Verkauf der 3D-Brillen, die den 3D-Effekt erst hervorbringen, ganz in die Kassen der Kinos. Fox rechnet den Brillenerlös mit dem Start von Avatar aber neuerdings in die Berechnung seines Anteils ein und schöpft damit die Einnahmen der Kinos ab - allerdings nur derjenigen, die 3D-Brillen zum Mehrfachgebrauch anbieten und nicht verkaufen.

Uwe Gemmecker, Betreiber des Residenzkinos in Bad Laasphe, ist einer der Betroffenen. Bis jetzt nimmt er am Samstagabend zehn Euro für aktuelle 3D-Filme - sieben Euro Eintrittspreis, ein Euro 3D-Aufschlag, zwei Euro Verleih der 3D-Brille. Bisher teilte er sich mit Fox nur den Betrag von acht Euro pro Karte. Die Brillen blieben außen vor. Gemmecker gab circa vier Euro ab, behielt selbst sechs pro Karte.

3D-Brille jetzt Filmbestandteil

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Hintergrund

Die 3D-Systeme teilen sich grob in drei Preissegmente. Am unteren Ende befinden sich die sogenannten RealD-Systeme. Sie gelten als die Einwegbrillen und kosten circa 60 Cent in der Anschaffung. Nur bei Ihnen lohnt sich der Verkauf. Laut dem Technikmagazin c't sind sie Marktführer in den USA. In der zweiten Kategorie von 15 bis 20 Euro sind die sogenannten Dolby-Systeme. Zur oberen Kategorie, zu der sich auch das Bad Laaspher Residenzkino entschieden hat, zählen die Xpand-Systeme: Sie kosten von 50 Euro aufwärts bis zu 70 Euro. Dabei handelt es sich um computergesteuerte Brillen mit eigenem elektrischen Antrieb. Laut c't kommen die Xpand-Systeme in Deutschland gegenüber den Mitbewerbern auf die höchsten Marktanteile.

Bei Avatar zählt die 3D-Brille dagegen als Filmbestandteil. Die kompletten zehn Euro gehen in die Rechnung ein. Gemmecker drückt etwas über fünf Euro ab, verliert damit einen Euro gegenüber der alten Regelung - pro Karte wohlgemerkt. „Wenn ein normaler Optiker irgendwann eine 3D-Brille anstelle des Kinos verkauft, würde der doch auch keinen Anteil für den Verleih bezahlen”, bezweifelt Kim Koch, Geschäftsführer von Cineplex Deutschland, der sich auch gegen die Regelung zur Wehr setzt.

Denn nach der neuen Regelung können die Kinos die Kosten aus dem Brillenerwerb nicht mehr decken. Kommen wie beim letzten Ice-Age-Teil 3600 Besucher ins Residenzkino, fehlen Gemmecker nach der neuen Fox-Regelung 3600 Euro. Alleine zwischen den Filmen säubern fünf Mitarbeiter die Brillen für die nächste Vorstellung. Hinzu kommt der Anschaffungspreis.

Auf dem Rücken der Kunden

„Wir sind daher gezwungen, die Preise zu überdenken”, sagt der Bad Laaspher Kinobetreiber. Um sechs Euro einzunehmen, müsste Gemmecker zwölf Euro pro Karte verlangen. „Am Ende zahlt der Besucher für die Regelung.”

Die Änderung betrifft zwar alle Kinos gleichermaßen. Allerdings erstattet Fox den Kinos, die Einwegbrillen verkaufen, den Betrag bis zu einem Euro zurück. Das geht aus einem Beiblatt zu den neuen Verleihbedingungen hervor, das unserer Zeitung vorliegt. Fox schweigt sich zu den Konditionen aus. Auf Anfrage unserer Zeitung wollte der Verleiher keine Auskunft „über billaterale Vertragsverhandlungen mit den jeweiligen Geschäftspartnern” geben.

„Das ist aber eine Ungleichbehandlung vor allem für die kleinen Kinos”, sagt Kim Koch. Im Gegensatz zu Ketten wie Cinestar, Cinemaxx oder UCI bieten sie vielfach die in der Anschaffung teureren Mehrwegbrillen an. Kinos mit günstigen 3D-Systemen würden bezuschusst, so der Vorwurf.

Fox-Regelung keine Seltenheit

Dass der Vorstoß von Fox keine Seltenheit ist, zeigt der Fall von Walt Disneys „Oben”. Disney versuchte, die Brillen in den Kartenerlös einzurechnen. Cineplex wehrte sich als einer der ersten und zog kartellrechtliche Konsequenzen. Es kam zur Einigung. Das Problem offenbarte schon damals: Pro Film hat jeweils nur ein Verleiher das Monopol auf den Verleih und kann die Konditionen diktieren. Im Fall von Fox' „Lex Avatar” prüfen einige betroffene Kinos - darunter Cineplex - juristische Schritte. Die Aussicht auf Erfolg scheint laut Kim Koch nach derzeitiger Praxis dürftig: „Die Anteile werden von Film zu Film ausgehandelt. Das ist immer wieder ein Kräftemessen.”

Tobias Patzkowsky

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Kommentare
06.03.2010
15:57
Camerons Avatar wird für kleine Kinos zur Kostenfalle
von Fcukideh | #11

Hallo ich habe Avatar geguckt es war voll cool aber die Preise für das 3D kino waren sehr teuer 13 euro eintritt

02.01.2010
17:16
Blockierter Kommentar.
von James.Brunt | #10

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.12.2009
16:47
Camerons Avatar wird für kleine Kinos zur Kostenfalle
von blaubaer42 | #9

wer ein es braucht, kann es kostenlos nutzen!!!

20.12.2009
16:46
Camerons Avatar wird für kleine Kinos zur Kostenfalle
von blaubaer42 | #8

wer, frage ich, braucht so etwas? Filme mit guten Handlungen werden immer seltener obwohl es (auch!!) bei uns es genügend gute Schauspieler gibt!!

19.12.2009
09:35
Camerons Avatar wird für kleine Kinos zur Kostenfalle
von Helge Kahrmann | #7

Die Brillen, die hier zum Einsatz kommen, sind solche mit Polarisationsfilter. Die beiden Brillengläser lassen nur Lichtwellen einer Orientierung durch. Sind also um 90° gedreht. Deshalb kann man diese Brillen auch beim Optiker kaufen. Also bitte keine rot-grün Brillen! Es gibt auch schon Designer 3D-Brillen ... wers braucht. Im Kino ist es normalerweise dunkel!
Ich schau mir Heute Avatar in 3D an. Cinestar in Ludwigshafen. Die Brille wird dort auch für 1€ verkauft. Das ist i.O.

16.12.2009
14:08
Camerons Avatar wird für kleine Kinos zur Kostenfalle
von Horrngel | #6

Ach, ob das alles so timmt...

16.12.2009
12:45
Camerons Avatar wird für kleine Kinos zur Kostenfalle
von KeineAhnung_ | #5

Was ist an Einwegbrillen so schlimm ?
Nur weil die so heißen kann der Kunde sie ja trotzdem mehrfach benutzen. Die Säuberung der Brillen obliegt dann auch dem Kunden, der sie das nächste Mal wieder mitbringen kann.
Und dass Mehrfachbrillen, nur weil sie so heißen, NICHT einfach vom Kunden mitgenommen werden und irgendwo dann in einer Schublade verschwinden - kann ich mir nicht vorstellen. Ich kenn aber die Zahlen hierfür von den verschiedenen Kinos nicht, kann mir aber vorstellen, dass man mit dem Modell der Einwegbrillen besser fährt und Fox es daher verstärkt anbietet. Die größeren Kinos, die das sicher genauer wissen werden ihre Erkenntnisse ja nicht unbedingt teilen ...

Ich jedenfalls habe mir schon mehrere 3D-Filme angeschaut und würde mir lieber eine Brille kaufen, als jedesmal eine mieten zu müssen - kommt auf Dauer billiger.

P.S. Aus welchem verstaubten Archiv ist denn das Bild zum Artikel ? Beim Anblick der Rot-Grün Brillen bekomme ich ja schon Kopfschmerzen !

16.12.2009
12:09
Camerons Avatar wird für kleine Kinos zur Kostenfalle
von Kritiker | #4

Die Kunden werden entscheiden. Ich zahle keine 12,- € für eine Kinokarte.

16.12.2009
11:40
Camerons Avatar wird für kleine Kinos zur Kostenfalle
von dagegen | #3

damit die handlungslosen effektfilme auch mit 3d effekten den mainstream erreicht, muss man halt teure zusatzgeräte erwerben, welche sich erstmal rentieren müssen. daher kann ich schon verstehen, wenn der kommerz-gaffer doppelt zahlen muss..

16.12.2009
11:37
Camerons Avatar wird für kleine Kinos zur Kostenfalle
von chris | #2

Und wenn man dem Sifftempel Cinemaxx Essen fern bleibt spart man noch viel mehr

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