Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Kinostart

Burtons "Frankenweenie" - Gruselhommage an einen toten Hund

23.01.2013 | 17:59 Uhr
Burtons "Frankenweenie" - Gruselhommage an einen toten Hund
Hund und Herrchen: Sparky und Victor aus dem neuen Animationsfilm von Regisseur Tim Burton „Frankenweenie“. Kinostart des gruselig-charmanten Films ist am 24. Januar 2013.Foto: Disney

Essen.   Mit „Frankenweenie“ erfüllt sich Regisseur Tim Burton einen kleinen Traum. Den Animationsfilm wollte er schon vor Jahrzehnten drehen – nun kommt die Hommage an seinen eigenen Hund in die Kinos. Dabei orientiert er sich in spielerischer Art und Weise an traditionellen Horror-Filmen.

Manchmal geht das Schicksal von Filmemachern schon seltsame Wege. Tim Burton beispielsweise, dessen Filme ja oft recht seltsam anmuten, war 1984 bei Disney beschäftigt, wo er von seinem ersten Animationsfilm träumte. „Frankenweenie“ sollte der heißen, einen vom Tode zurückgeholten Hund als Hauptfigur haben und im guten alten Stop-Motion-Verfahren entstehen.

Weil Disney das offenbar zu teuer war, musste Burton schließlich in den Realfilm ausweichen. Der dauerte 30 Minuten und sollte als Vorfilm zur Wiederaufführung von „Pinocchio“ eingesetzt werden. Wer Burtons makabren Humor kennt, den wird es nicht wundern, dass diese Paarung nie stattgefunden hat.

Burton machte bekanntlich trotzdem Karriere, was 28 Jahre später nun doch noch dazu führt, dass der Traum von einst bei Disney Wirklichkeit geworden ist. Eine späte Genugtuung für einen eigenwilligen Künstler, der „Frankenweenie“ damals auch als Hommage an seinen eigenen Hund verstanden wissen wollte. Der ist inzwischen zwar längst verstorben, der Film aber zeugt von großer Lebendigkeit, wunderbarer Komik und in all seinen Anspielungen von einer großen Liebe zu den alten Horrorfilmen – vor allem jenen des Universal Studios.

Hund Sparky als Godzilla

Der Film erzählt vom jungen Victor Frankenstein, der mit seinen Eltern und dem Hund Sparky in einer verschlafenen Siedlung der noch verschlafeneren Kleinstadt New Holland lebt. Und er beginnt mit einer Erinnerung Burtons an seine ersten eigenen Filmversuche, entstanden im Hinterhof des elterlichen Burton-Hauses: Victor führt im Wohnzimmer einen selbst hergestellten kurzen Horrorfilm vor, in dem Hund Sparky schließlich als Godzilla alles platt macht.

Sparky ist nicht gerade klug zu nennen, was kurz darauf dazu führt, dass er bei dem Versuch, einen Baseball zurückzubringen, die Kollision mit einem Pkw nicht überlebt. Er findet seine letzte Ruhestätte unter einem großen Grabstein auf dem Tierfriedhof.

Doch seine letzte Ruhe wird es dann doch nicht bleiben, denn sein Herrchen wälzt bereits aberwitzige Pläne. In der Schule hat ihn sein Lehrer mit dem seltsamen Namen Rzykruski auf eine Idee gebracht. Bei einem Experiment mit toten Fröschen gelingt es diesem Pädagogen, durch Zufuhr von Elektrizität die Schenkel der Tiere wieder zum Zucken zu bringen.

Mehr braucht Victor nicht, um Sparky wieder auszubuddeln, um ihn in einer Gewitternacht durch Blitzeinschlag mit neuem Leben auszustatten. Eigentlich ist er ganz der Alte, nur dass er jetzt Nähte am Körper trägt und zwei Schrauben im Hals stecken hat. Ab und an verliert er auch im schnellen Lauf mal den Schwanz und mal ein Ohr. Und gelegentlich muss er auch neu elektrisch aufgeladen werden.

In der Tradition alter Horrorfilme

Burton hat sich bei der Kreation seiner Charaktere ganz an besagten alten Horrorfilmen orientiert. Der Lehrer Rzykruski sieht verdächtig wie ein heftig in die Länge gezogener Vincent Price aus. Und in Victors teilweise arg gruselig wirkenden Klassenkameraden kann man unschwer Kreaturen von Herman Munster bis hin zu Igor aus dem alten Frankenstein-Film entdecken. Nachdem sich Victors gelungenes Experiment herumgesprochen hat, wollen plötzlich alle diese Freaks und Gnome ihre Haustiere zurück, selbst ein Seepferdchen wird nicht verschmäht. Das Ergebnis sind jetzt jedoch plötzlich arg seltsame Kreaturen, vom Mumien-Hamster bis hin zum Schildkröten-Monster.

Die schwarz-weißen Bilder des Films passen vorzüglich zu all diesen kuriosen Ereignissen. Die Musik von Burtons Stammkomponisten Danny Elfman orientiert sich dabei sehr deutlich am Thema des alten Frankenstein-Films von 1930. Und Tim Burton? Der scheint all seine Figuren ins Herz geschlossen zu haben. Das macht, dass trotz des teils finsteren Dekors eine große Warmherzigkeit von diesem Film ausgeht.

Arnold Hohmann



Kommentare
Aus dem Ressort
„The Expendables 3“ – die Action-Opas lassen’s wieder krachen
Kino
Das eine muss man Sylvester Stallone lassen. Wenn er eine ertragreiche Kino-Kuh aufgetan hat, dann weiß er sie auch effektvoll auszumelken. Beim dritten Teil der Expendables-Reihe nimmt Stallone einmal mehr gekonnt die Action-Kurve. Es wird geballert und geprotzt
"Madame Mallory" - ein Koch-Duell mit Helen Mirren
Tragikomödie
In der Komödie "Madame Mallory und der Duft von Curry" von Regisseur Lasse Hallström glänzt Oscar-Preisträgerin Helen Mirren als Restaurant-Chefin eines Gourmettempels in Südfrankreich. Mit dieser Komödie knüpft der Regisseur 14 Jahre nach "Chocolat" an seinen Erfolg im "Kochfilm" an.
"Storm Hunters" – Auf der Jagd nach dem nächsten Tornado
Thriller
Und wieder fliegen dicke Lastwagen durch die Luft: In dem Katastrophenfilm "Storm Hunters" verzichtet Regisseur Steve Quale auf eine ausgeklügelte Geschichte, in der ein zerstörerischer Tornado eine Kleinstadt im Mittleren Westen der USA bedroht. Die Spezialeffekte sind allerdings sehenswert.
Maries dunkles Geheimnis – ein beeindruckendes Werwolf-Drama
Horror
In dem Horrorfilm "When Animals Dream" kommt es zu seltsamen Vorkommnissen in einem kleinen dänischen Fischerdorf. Dort bemerkt die 16-jährige Marie, dass sich ihr Körper immer stärker verändert. Ihr Vater versucht, sie vor den Blicken der Dorfbewohner zu schützen. Doch das ist äußerst schwierig.
"Besser als nix" – Sinnsuche im Beerdigungsinstitut
Komödie
Tom ist 19. Er weiß nicht, was er mit seinem Leben anfangen soll. In Ute Wielands Verfilmung von Nina Pourlaks Roman „Besser als nix“ schmeißt er erst die Schule, um dann eine Lehrer beim Bestatter zu beginnen. Die Tragikomödie lehnt sich an die Serie „Six Feet Under“ an
Umfrage
Das Warten hat ein Ende: Die Bundesliga startet in die neue Saison. Besonders im Ruhrgebiet ist die Fan-Kultur sehr ausgeprägt. Was bedeutet Ihnen der Fußball?

Das Warten hat ein Ende: Die Bundesliga startet in die neue Saison. Besonders im Ruhrgebiet ist die Fan-Kultur sehr ausgeprägt. Was bedeutet Ihnen der Fußball?

 
Fotos und Videos
So viel verdienen die Hollywood-Stars
Bildgalerie
Forbes-Liste
Fifty Shades of Grey - Trailer
Video
Erotik-Verfilmung
Schiller auf dem roten Teppich
Bildgalerie
Filmpremiere
Die Top-Verdiener Hollywoods
Bildgalerie
Stars