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Brave Romanze - Keira Knightley sucht Liebe unter Außenseitern

19.09.2012 | 18:32 Uhr
Keira Knightley ist ja immer hübsch anzuschauen. So auch in ihrem aktuellen Kinofilm, der Romanze „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“.Foto: dapd

Essen.   „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“ ist ein nettes Filmchen, eine brave Romanze, in der es um die Liebe zwischen Außenseitern geht. In den Hauptrollen sind zwei Weltstars zu sehen: Steve Carell und Keira Knightley.

Man stelle sich vor, in drei Wochen geht die Welt unter und es gibt absolut nichts, was diese Tatsache noch umstoßen könnte. Die Amerikanerin Lorene Scafaria destillierte aus diesem Gedankenspiel ein Drehbuch und setzte es auch gleich selbst in bewegte Bilder um. Das Regiedebüt mit dem arg verzwickten Titel „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“ lässt dabei keinen Zweifel, dass eine Materialschlacht im Stile Roland Emmerichs dabei nicht zu erwarten sein wird.

Chaos vor dem Ende der Welt

Der amerikanische Durchschnittsmann, der als Sympathieträger im Chaos vor dem Ende der Welt erdacht wurde, heißt Dodge. Er ist so Anfang 40, arbeitet für eine Versicherung und ist frisch von seiner Frau verlassen worden. Noch geht er zur Arbeit, um das emotionale Loch zumindest tagsüber zu stopfen. Als aber auch hier der Betrieb eingestellt wird, weil in 21 Tagen ja sowieso alles von einem Meteor zermalmt wird, droht Dodge das einsame Ende auf der Couch im Wohnzimmer.

Video
30 Jahre Ehe haben bei Kay (Meryl Streep) und Arnold (Tommy Lee Jones) Spuren hinterlassen: Die Luft ist raus. Für Pep im Bett hilft nur noch der Gang zum Paartherapeuten (Steve Carell) … Komödie von David Frankel. USA '12, FSK: ab 6. Start: 27.09.12

Dann erreicht ihn ein Brief von einer Jugendliebe, die ihm gesteht, dass ihr Herz schon immer für Dodge schlug. Das weckt die Lebensgeister. Dodge will jene Ophelia nun unbedingt noch finden und bekommt unerwartete Gesellschaft in Gestalt seiner jungen, etwas überdrehten Nachbarin Penny, die das Ende der Welt gern im Kreise der Familie beschließen möchte. Es beginnt eine Fahrt durch eine Zivilisation im Endstadium ihrer Auflösung, was gleichermaßen komische und gefährliche Situationen bereit hält. Die Erlebnisse schweißen die ungleichen Reisegefährten zusammen; die Liebe kennt eben auch am Ende der Tage keine Grenzen.

Es geht also eher um romantische Liebe unter Außenseitern und weniger um spektakuläre Endzeit- oder gar Katastrophenszenarien in dieser klein budgetierten US-Produktion. Immerhin aber kann der Film zwei Weltstars in den Hauptrollen vorweisen und mit diesem Pfund gibt er mächtig an. Was legitim ist, aber die Frage aufwirft, was Steve Carell und Keira Knightley so sehr für gerade dieses Projekt begeistert haben mag.

Zwei Weltstars in den Hauptrollen

Carells Rolle eines phlegmatischen Minusmanns ist in sich ebenso wenig vertieft wie Knightleys enthusiastisch überdrehtes Nachbarschaftsgirlie. Der einzige Kniff liegt in dem Umstand, dass Zwei zusammen finden, die eigentlich nichts miteinander gemein haben. Über die Maßen reizvoll ist die Romanze nicht hergeleitet, auf keinen Fall hätte sie des Weltuntergangs als Rahmenprogramm gebraucht.

Video
London, 05.09.12: Mit großem Bahnhof wurde am Dienstag an der Themse die Weltpremiere von "Anna Karenina" gefeiert. Regisseur Joe Wright und seine Stars Keira Knightley, Jude Law und Aaron Taylor-Johnson hatten eine Menge über den Film zu erzählen.

Noch bitterer ist es, wie wenig die Filmautorin Scafaria ihr Szenario durchdacht hat. Sie steigt zu einem Zeitpunkt ein, an dem die Zivilisation sich schon in Gewalt und Anarchie aufgelöst hat. Eine Party, bei der alle moralischen Hemmungen fallen, hätte sich prima zum Zerrspiegel auf gesellschaftliche Heuchelei geeignet, ist aber tatsächlich nur brav und jugendfrei. Gleiches gilt für die Darstellung der Gewalt auf den Straßen oder die Weltflucht in Spaß und sogar Kannibalismus. Es bleibt stets bei Andeutungen, die auf Interessantes verweisen, aber jeglicher radikalen oder subversiven Ausgestaltung strikt aus dem Wege gehen.

Statt dessen gibt es vereinzelte pointierte Sitcom-Momente und eine beständige Tendenz zur Weinerlichkeit. Klar, der Weltuntergang wird kaum zum Lachen sein, wenn er denn kommt. Aber wenn die Begegnung damit so belanglos und harmlos vonstatten ginge, das wäre wirklich schlimm.
Wertung: zwei von fünf Sternen

Uwe Mies



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