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Golden Globes

Ben Afflecks „Argo“ überraschend bestes Drama bei Golden Globes

14.01.2013 | 06:53 Uhr
Ben Affleck hat mit seinem Thriller „Argo“ nicht nur den Golden Globe als bester Regisseur, sondern auch die Auszeichnung für das beste Drama gewonnen. Er nahm die Auszeichnung für den Film, in dem er die Hauptrolle spielt, mit seinen Produzenten-Kollegen Grant Heslov und George Clooney entgegen. Foto: Getty Images/afp

Beverly Hills.  US-Regisseur und Schauspieler Ben Affleck hat mit seinem Politthriller „Argo“ den „Golden Globe“ für das beste Filmdrama gewonnen. Affleck wurde auch zum besten Regisseur gekürt. Mit Christoph Waltz („Django Unchained“) und Michael Haneke („Liebe“) gewannen auch zwei deutschsprachige Künstler.

Ben Afflecks Politthriller „Argo“ hat als bestes Drama überraschend den Hauptpreis bei den Golden Globes gewonnen. Bei der Galaveranstaltung am Sonntagabend (Ortszeit) im Kalifornischen Beverly Hills lag Afflecks Film unerwartet vor dem Favoriten „Lincoln“ von Steven Spielberg . Der Film „Les Misérables“ von Regisseur Tom Hooper wurde in der Kategorie bestes Musical oder beste Komödie ausgezeichnet. Mit Christoph Waltz und Michael Haneke heimsten zudem zwei deutschsprachige Filmstars einen der begehrten Preise ein.

„Mir ist egal, was für ein Preis es ist“, sagte Affleck in seiner kurzen Dankesrede. Wenn dein Name in einem Atemzug mit denen genannt werde, die zuvor vorgelesen worden seien, dann sei das ein ganz außergewöhnliches Ereignis im Leben, erklärte er. „Argo“ konkurrierte mit den Filmen „Lincoln“, „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“, „Django Unchained“ und „Zero Dark Thirty“ um die begehrte Auszeichnung in der Drama-Kategorie.

Zuvor hatte Affleck mit „Argo“ bereits den Golden Globe für den besten Regisseur erhalten. Damit ist er nun in einer ungewöhnlichen Lage: Zwar hat Affleck die wichtigste Auszeichnung des nach den Oscars zweitwichtigsten US-Filmpreises gewonnen, doch ist er selbst nicht als bester Regisseur für den Oscar nominiert . Die Golden Globes gelten als wichtiges Stimmungsbarometer für die Oscars, die am 24. Februar verliehen werden.

Überraschungsauftritt von Bill Clinton

Christoph Waltz gewann den Golden Globe als bester Nebendarsteller für seine Rolle im Tarantino-Western "Django Unchained". Foto: Getty Images/afp

Gleich drei Mal wurde „Les Misérables“ von Tom Hooper gewürdigt. Neben der Auszeichnung in der Kategorie bestes Musical oder beste Komödie wurde Hugh Jackman als bester Schauspieler in einem Musical oder einer Komödie für seine Rolle in dem Film ausgezeichnet. Anne Hathaway wurde zur besten Nebendarstellerin gekürt.

Eine weitere Überraschung war der Auftritt des früheren US-Präsidenten Bill Clinton, der bei seiner kurzen Präsentation von Spielbergs Historiendrama „Lincoln“ stehende Ovationen bekam. Der Film über den früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln war insgesamt siebenmal nominiert, unter anderem in den wichtigen Kategorien bestes Drama, bester Schauspieler und bester Regisseur. Am Ende ging Spielbergs Film jedoch fast leer aus und erhielt lediglich einen Preis in der Kategorie bester Drama-Schauspieler (Daniel Day-Lewis).

Glamour bei Golden Globes

Waltz und Haneke räumen ab

Filmemacher Michael Haneke gewann mit seinem Drama „Liebe“ die Auszeichnung für den besten ausländischen Film. Foto:ap

Mit Waltz und Haneke sahnten zwei Filmgrößen aus Österreich bedeutende Preise ab. Waltz wurde für seine Rolle in Quentin Tarantinos Western „Django Unchained“ als bester Nebendarsteller ausgezeichnet.

Quentin, du weißt, dass meine Schuld dir gegenüber und meine Dankbarkeit nicht in Worte zu fassen sind“, sagte Waltz. Er war bereits 2010 mit einem Golden Globe als bester Nebendarsteller ausgezeichnet worden, damals für seine Rolle in Tarantinos Film „Inglourious Basterds“. Ebenfalls nominiert waren unter anderem Alan Arkin („Argo“), Leonardio DiCaprio („Django Unchained“), Philip Seymour Hoffman („The Master“) und Tommy Lee Jones („Lincoln“).

Golden Globes: begehrte Filmpreise mit Oscar-Vorgeschmack

Die Golden Globe Awards, Trophäen in Form einer goldenen Erdkugel, gehören zu den begehrtesten Auszeichnungen für Kinofilme und Fernsehsendungen. In den USA sind sie der wichtigste Filmpreis nach den Oscars und der wichtigste Fernsehpreis nach den Emmys. Der Verband der Hollywood-Auslandspresse (HFPA) vergibt die Trophäen seit 1944. Über die Gewinner entscheidet eine Gruppe von internationalen Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten. In der Nacht zum Montag ging die Show in Los Angeles zum 70. Mal über die Bühne.

Hanekes Film „Liebe“ wurde als bester ausländischer Film geehrt. Haneke scherzte bei der Preisverleihung: „Ich habe nie gesehen, dass ein Golden Globe von einem Österreicher an einen Österreicher vergeben worden ist“. Der in Österreich geborene frühere Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, überreichte ihm den Preis. Ebenfalls nominiert waren „Die Königin und der Leibarzt“, „Ziemlich beste Freunde“, „Kon-Tiki“, „Der Geschmack von Rost und Knochen“.

Zudem wurden unter anderem Quentin Tarantino mit „Django Unchained“ für das beste Drehbuch und die britische Sängerin Adele mit ihrem Titelsong zum James-Bond-Film „Skyfall“ für den besten Filmsong ausgezeichnet. (dapd/dpa)


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