"Bande de filles" zeigt das Leben der Pariser Vorstadt

Marieme (2.v.r.) wagt dank ihrer neuen Freundinnen den Schritt, ihre Familie hinter sich zu lassen.
Marieme (2.v.r.) wagt dank ihrer neuen Freundinnen den Schritt, ihre Familie hinter sich zu lassen.
Foto: Pyramide Films
Was wir bereits wissen
Das Pariser Vorstadtdrama "Bande de filles" erzählt die Emanzipationsgeschichte einer jungen Frau, die in eine Mädchen-Gang aufgenommen wird.

Essen.. Sie sehen aus wie Mädchen, aber sie gehen wie Jungs, sie reden wie Jungs und sie prügeln sich wie Jungs: Mit „Bande de filles“ erzählt die französische Regisseurin Céline Sciamma auf fast dokumentarische Weise vom Leben in der Pariser Vorstadt.

Ihre Heldinnen sind die Mitglieder einer vierköpfigen weiblichen Clique, denen der Alltag nicht viel zu bieten hat. Zentrale Figur ist Marieme, eine vaterlos aufwachsende junge Frau, die unter ihrem despotischen älteren Bruder leidet. Ihr Leben ändert sich, als sie in die Mädchen-Gang aufgenommen wird.

Eine Emanzipationsgeschichte

Im Grunde erzählt Sciamma eine Emanzipationsgeschichte, denn dank ihrer neuen Freundinnen findet Marieme den Mut, ihre Familie hinter sich zu lassen; auch wenn man das Gefühl nicht loswird, dass sie vom Regen in die Traufe kommt. Trotzdem ist „Bande de filles“ (Mädchenbande) ein positiver Film, denn wenn das Quartett nicht gerade aggressiv auftritt, sind seine Auftritte von großer Lebenslust geprägt. Das gilt vor allem für die schönste Szene des Films, als die vier völlig losgelöst den Rihanna-Hit „Diamonds“ mitsingen; der Popstar hat angesichts der Szene seine Zustimmung zur Verwendung des Lieds gegeben.

Ohnehin spielen die sorgfältig ausgewählten Songs wie auch die Filmmusik von Para One eine große Rolle für das Lebensgefühl, das Sciamma vermittelt. Endgültig sehenswert wird der Film durch die Hauptdarstellerin: Die schauspielerisch bis dahin völlig unerfahrene Karidja Touré ist mit ihrer melancholischen Attraktivität eine große Entdeckung für den französischen Film und verkörpert mit großer Glaubwürdigkeit, wie sich Marieme vom naiven Kind zur Frau entwickelt.

Wertung: vier von fünf Sternen