"Abschussfahrt" - Auf Klassenfahrt mit einem neuen Teenie-Film

Was wir bereits wissen
"Abschussfahrt" fehlt die Originalität. Der Film bedient Klischees und schafft es trotzdem nicht, an die glorreichen Teenie-Filme anzuknüpfen.

Essen.. Im Moment stehen Teenager-Klamotten zwar an der Kinokasse nicht mehr ganz so hoch im Kurs wie zu Zeiten der „American Pie“-Filme. Aber ganz aus der Mode kommen sie sicher nie. Schließlich ist ein beträchtlicher Teil der Kinogänger selbst gerade in dem Alter, in dem der Abschied von Schule und Jugend naht. Warum also nicht mal wieder eine deutsche Teenie-Komödie im Stil der Klassiker des Genres? Das oder zumindest etwas in dieser Richtung muss sich Tim Trachte gedacht haben, als er „Abschussfahrt“ geschrieben und dann auch inszeniert hat.

Paul (Tilman Pörzgen) ist eigentlich ein ganz durchschnittlicher Jugendlicher, der aber, wie es das Genre so will, eine ziemlich unangenehme Schulzeit hinter sich hat. Die Mädchen, vor allem die hübsche Juli (Lisa Volz), die er seit langem heimlich anhimmelt, interessieren sich nicht für ihn, und die wirklich beliebten Jungen terrorisieren ihn. Also hängt er immer mit seinen beiden einzigen Freunden Berny (Chris Tall) und dem etwas eigenwilligen Max (Max von der Groeben) herum. Ein typisches Außenseiter-Trio, das immer nur zuschauen kann, wenn die anderen Spaß haben. Aber das soll sich auf der Stufenfahrt nach Prag endlich ändern.

Die Zutaten, die Tim Trachte hier vermischt, sind altbekannt. Zu den üblichen Standards kommt allerdings noch eine Krimihandlung, die sich wild durch die Werke von Quentin Tarantino und Guy Ritchie zitiert. Das könnte man „Abschussfahrt“ sogar noch verzeihen. Nur fehlt dieser Teenie-Version von „Hangover“ nicht nur jegliche Originalität. Trachte reiht seine Szenen lieblos aneinander, als gäbe es eine Liste, von der er nur alles abzuhaken braucht. Auch seine Figuren bleiben oberflächlich, so dass man sich nicht einen Moment dafür interessiert, ob Paul nun seine Juli bekommt.

Wertung: Zwei von fünf Sternen