"3 Herzen" – Ein amouröser Versuch mit Charlotte Gainsbourg

Sylvie (Charlotte Gainsbourg) und Sophie (Chiara Mastroianni, vorne) – das dritte Herz fehlt: Marc (Benoît Poelvoorde).
Sylvie (Charlotte Gainsbourg) und Sophie (Chiara Mastroianni, vorne) – das dritte Herz fehlt: Marc (Benoît Poelvoorde).
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Steuerberater Marc trifft auf Sylvie, kurze Zeit später tritt Sophie in sein Leben. Das Liebesleben der Drei kommt daraufhin schwer durcheinander.

Essen.. Mé­nage-à-trois, die Beziehung zu Dritt, ist ein Lieblingsthema des französischen Liebesfilms. Filmautor Benoît Jacquot versucht sich mit seinem neuen Film „3 Herzen“ an der Nachfolge großer Vorbilder wie François Truffaut und Claude Sautet. Der Pariser Steuerbeamte Marc hat während eines Außendiensttermins in der Provinz den letzten Zug zurück verpasst. In einer Kneipe trifft er auf Sylvie (Charlotte Gainsbourg), er spricht sie an und im Zeichen gegenseitiger Zugewandtheit spazieren beide durch die Nacht.

Am nächsten Morgen treffen sie eine Verabredung in Paris, doch am vereinbarten Tag kommt Marc zu spät. Später in der Stadt trifft er in einem Antikladen auf Sophie (Chiara Mastroianni), die ihn auf ihre Weise ebenfalls magisch anzieht. Marc ahnt nicht, welche Verbindung zwischen Sophie und Sylvie besteht.

Ungünstige Rollenbesetzung

Delikate Filmunterhaltung für Erwachsene steht auf dem Programm, wenn Benoît Jacquot („Schule des Begehrens“, „Leb wohl, meine Königin“) mit prominenter Besetzung nach amourösem Kitzel mit psychologischem Tiefgang schürft und dabei seinem Ruf als außerordentlicher Schauspielregisseur nacheifert.

Wenn das diesmal kaum bis gar nicht gelingt, so liegt das weniger an den Schauspielern als an den Rollen, die ihnen zugewiesen wurden. Denn Benoît Poelvoorde ist gut für grelle Schurkenrollen („Mann beißt Hund“, „Nichts zu verzollen“) geeignet, als Spießer und Frauenversteher ist er eine ungünstige Wahl.

Das Drehbuch schlägt derweil haarsträubende Haken, damit die dramatischen „Saiten“ der Geschichte überhaupt ins Klingen kommen, doch je mehr der Film ins tragische Gewässer steuert, desto mehr entlarvt sich der Kurs nur als eine Reihe von Winkelzügen, die weder Wahrscheinlichkeit noch Leidenschaft das Wort reden. Zwischen allen Fronten gibt eine ungewohnt intrigante Catherine Deneuve das misstrauische Muttertier am Familientisch. Auch sie rettet den Film nicht.

Wertung: Zwei von fünf Sternen