Kino-Märchen mit Tränen, Temperament und Wodka
29.07.2010 | 10:11 Uhr 2010-07-29T10:11:00+0200
Essen.Eine Konzertreise mit Hindernissen, dazu Schuld, Sühne und eine Prise russischer Schwermut. Der Regisseur Radu Mihaileanu hat mit „Das Konzert“ einen Film mit dunklen Tönen und komödiantischer Note geschaffen.
Die Zeit zurückdrehen - zumindest im Film kann man das ja mal versuchen. Als erfolgreiches Experiment erweist sich in dieser Hinsicht der bemerkenswert unterhaltsame Film „Das Konzert“. Andrej Filipow war Dirigent des Bolschoi-Orchesters, bis er in Ungnade fiel, weil er gegen höheren Befehl jüdische Musiker beschäftigte. Das ist rund 30 Jahre her und seitdem arbeitet Andrej beim Bolschoi nur noch als Hausmeister. Bis ihm eines Tages ein Fax in die Hände fällt. Das Pariser Théâtre du Châtelet will das Bolschoi-Orchester für einen Auftritt engagieren. Andrej nutzt die Gunst der Sekunde und meldet die Zusage. Der Plan ist, mit seinen alten Musikern das Konzert zu bestreiten.
Wechselbad der Gefühle
Es ist schon ein aberwitziges Märchen rund um die russische Seele, das sich mit allem gebotenen Sinn für Temperament, Tränen und Wodka auf der Leinwand entfaltet. Der Regisseur Radu Mihaileanu ist Rumäne und Spezialist für europäische Koproduktionen, die von unmöglichen Ausbrüchen und zweiten Chancen erzählen. Wie schon in seinem Welterfolg „Zug des Lebens“ vollführt er auch diesmal eine tragikomische Gratwanderung, wenn Schuld und Sühne, Liebe und Freundschaft sich zum Wechselbad der Gefühle vermischen. Doch bei allen dunklen Untertönen ist „Das Konzert“ vor allem ein komödiantischer Gute-Laune-Film. Russische Schwermut und französische Leichtigkeit, jüdischer Humor und die Ausgelassenheit des Balkans vereinigen sich zu einem vitalen Ganzen, dessen Enthusiasmus sich unmittelbar überträgt.
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