Kinder als Botschafter des Friedens
06.02.2008 | 20:10 Uhr 2008-02-06T20:10:07+0100Ein internationales Projekt in Gelsenkirchen
Gelsenkirchen. Kinder sind keine Engel. Aber die Botschaft der biblischen und himmlischen Wesen können sie durchaus überbringen. Sie reagieren nicht verkrampft auf religiöse Mitteilungen und eignen sich ideal als Gesandte für den Frieden. "Engel wesen" nennen Chris Seidler und Michael Gees ihr ehrgeiziges Musikprojekt, das in der Neuen Synagoge Gelsenkirchen uraufgeführt wurde.
Das Projekt rückt keine Religion in den Vordergrund, sondern vermittelt zwischen Christen- und Judentum sowie dem Islam. Die Texte stammen aus alten Überlieferungen. Die jungen Interpreten, sämtlich Mitglieder der interreligiösen, Integration fördernden "Opera School", wollen Freude, Staunen, Demut, Respekt als kollektives Erlebnis zur musikalischen Sprache bringen.
Die Vielfalt der Kulturen als selbstverständliches soziales Fundament zu akzeptieren, war Anliegen von Seidler (Komposition, Dirigat) und Gees (Improvisation/Keyboard). Stille Tanzbilder und Prozessionsbewegungen entstehen, lösen sich im Wechsel ab. Musik wird zur Demons-tration interkultureller Bemühungen, die im wachsenden Alter problematischer werden - doch die Jugendlichen (Libanesen, Türken, Polen, Spanier, Italiener, Russen, Sudanesen, Portugiesen u. a.) verstehen sich als Vermittler einer Utopie: Dass alle Menschen Brüder sein können!
Die Musik mischt Elemente aus Pop und Jazz, Klassik und Folklore, Experiment und Tradition. Der Schluss-Satz des gefeierten Auftritts lautet: "Der Weise wird nicht satt an schönen Sprüchen." Diese Botschaft wiederum "sättigte" aber das ebenfalls internationale Publikum. HJL Nächster Termin: 10. 2., 17 Uhr; Pauluskirche Gelsenkirchen-Bulmke, 0209 / 9882282
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