Kevin Costner: Der mit den Songs glänzt
20.02.2010 | 14:22 Uhr 2010-02-20T14:22:00+0100
Essen. Schauspieler, Produzent, Regisseur – und neuerdings auch Teilzeit-Rocker: Mit seiner Band Modern West ist Kevin Costner (55) in Europa unterwegs, um die Lieder seines Albums „Untold Truths” sowie sich selbst als Singer / Songwriter vorzustellen. Steffen Rüth sprach mit dem Hollywood-Star.
Herr Costner, demnächst treten Sie u.a. in Köln und Essen auf. Werden die Deutschen Ihre Musik mögen?
Costner: Das hoffe ich sehr. Aber ich kann es noch nicht mit Gewissheit sagen. Ja, ich weiß sogar noch nicht einmal, ob überhaupt Publikum kommen wird. Ich weiß über die Deutschen, dass man ihnen nichts vorsetzen kann. Die müssen von selbst die Sachen entdecken, die sie dann gut finden oder eben auch nicht. Ich mag diese Einstellung.
Ihre Frau Christine ist deutschstämmig. Kann sie Ihnen viel über unsere Eigenarten erzählen?
Costner: Es geht. Meine Frau hat zwar deutsche Wurzeln, aber genau wie ich wurde sie in Kalifornien geboren.
Ist ein Live-Auftritt eigentlich mit der Schauspielerei vergleichbar?
Costner: Nein, das sind zwei Welten, die völlig unterschiedlich sind und unabhängig voneinander existieren. Auf der Bühne passiert alles unmittelbar, lässt sich nicht wiederholen. Beim Film kannst du eine Szene 30 Mal drehen, bis sie sitzt. Ich ziehe die Bühne vor, weil es viel mehr Spaß macht.
Sie machen nicht erst seit gestern Musik, sondern seit Jahrzehnten. Haben Sie diese Seite lange versteckt?
Costner: Ich habe nie verheimlicht, dass ich Rockmusik mache. Bloß bin ich damit lange nicht öffentlich aufgetreten, weil mir die Arbeit beim Film einfach nicht genug Zeit gelassen hat.
Sie haben etliche Wildwest-Filme gedreht wie „Der mit dem Wolf tanzt” oder „Open Range”, und auch Ihre Songs sind deutlich von Country- und Westernmusik geprägt – zudem heißt Ihre Band sicher nicht zufällig „Modern West”. Woher kommt Ihre Begeisterung für Cowboys?
Costner: Nun, ich liebe einfach Geschichte. Amerikanische Geschichte, zu der der Wilde Westen natürlich gehört, wie auch internationale Geschichte. Und es ist mir sehr wichtig, einen möglichst ehrlichen Blick auf meine Geschichte und die Geschichte meines Landes zu werfen – deshalb sind speziell auch meine Western keine Fantasiegeschichten, sondern sehr real.
Wie nostalgisch sind Ihre Songtexte? Sie zeichnen auch das Bild einer besseren, vergangenen Welt, oder?
3.3. Köln (E-Werk)
6.3. Halle (Gerry-Weber-Center)
7.3. Jüchen (Polodrom)
11.3. Essen (Grugahalle)
Karten (ca. 45-62 €) gibt es in unserem TICKET-SHOP unter 01805/280123, www.DerWesten.de/tickets
Costner: Nicht nur. Ein Song wie „5 Minutes” handelt vom Wirbelsturm Katrina, und der mühsamen Suche nach ein wenig Hoffnung und Zuversicht. Von einer besseren Welt würde ich bei dem Lied wirklich nicht sprechen. Ansonsten bin ich kein nostalgischer Kerl. Ich freue mich auf die Zukunft.
Sie haben einige der erfolgreichsten Filme aller Zeiten gemacht. Wie wichtig ist Ihnen jetzt der kommerzielle Erfolg mit Ihrer Musik?
Costner: Wichtig ist mir nur, dass der Club, in dem ich spiele, so voll ist, dass jeder schwitzt. Aber ich muss nicht viele Platten verkaufen. Hauptsache, die Leute sagen nach der Show :„Das hat der Costner gut gemacht, ich hatte Spaß!”
Für einen Hollywood-Superstar leben Sie ein recht normales Leben. Bleiben Sie dem Promi-Rummel bewusst fern?
Costner: Mich interessiert das einfach nicht so. Ich halte mich am liebsten auf meiner Ranch auf und verbringe die Zeit mit meiner Familie.
Wie glücklich sind Sie mit Ihrem Leben?
Costner: Mir geht es gut. Ich spiele Musik, habe keine großen Sorgen und bin glücklich. Ich arbeite viel, weil ich meine Arbeit liebe, aber ich habe auch den Ausgleich. Ich spiele viel Golf, aber noch mehr spiele ich mit meinen kleinen Kindern. Ich fühle mich nicht wie 55, höchstens wie Anfang 30.
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