Katja Kessler präsentiert ihr Buch „Silicon Wahnsinn“

Katja Kessler im Jagdhaus Schellenberg in Essen mit ihrem neuen Buch „Silicon Wahnsinn“.
Katja Kessler im Jagdhaus Schellenberg in Essen mit ihrem neuen Buch „Silicon Wahnsinn“.
Foto: Ulrich von Born / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Journalistin Katja Kessler hat ein Buch über ihre Zeit im amerikanischen Silicon Valley geschrieben. 2012 ging ihr Mann, Bild-Chefredakteur Kai Diekmann, in die USA. Und Kessler erzählt nun, wie es ihnen dabei erging.

Essen.. Das coole Leben der Digital Natives: Dies wollte Bild-Chefredakteur Kai Diekmann 2012 im kalifornischen Silicon Valley erspüren. Dafür zog er mit zwei Kollegen in eine Männer-WG und kam nach einem Jahr als Botschafter heim: für neue, spannende Erzählformen und Geschäftsmodelle im Netz.

Dies aber ist nur die eine Hälfte der Geschichte. Die andere erzählt seine Frau. Im Buch „Silicon Wahnsinn – Wie ich mal mit Schatzi nach Kalifornien auswanderte“ gibt Katja Kessler tiefe Einblicke ins Eheleben mit „Schatzi“ und ein verrücktes, lehrreiches Jahr in Amerika.

Journalismus Im Rahmen der neu aufgelegten Reihe „Schellenberger Gespräche“ und somit auf Einladung von Stephan Holthoff-Pförtner, Verleger der Funke-Mediengruppe, war die 46-Jährige nun in Essen zu Gast. Wie sie mit vier Kindern, einem Stapel Koffer und einem notorisch abwesenden Ehemann („Ich bin Profi-Strohwitwe“) den Sprung von Potsdam nach Palo Alto schaffte – wenn Kessler erzählt, versucht sie gar nicht erst, souverän zu wirken.

"Ich bin wahnsinnig deutsch"

Die Komik des Scheiterns ist bei ihr Programm. Dabei könnte der muntere Plauderton fast darüber hinwegtäuschen, dass in diesem Auswandererbuch der anderen Art elementare Erkenntnisse stecken. „Ich bin wahnsinnig deutsch“, wusste Kessler nach diesem Jahr, „ich glaube an DIN-Normen.“ Und: „Es geht eigentlich immer um eine innere Reise, die man macht.“

Streit Die jedoch bei „Schatzi“ leider auch äußerlich sichtbar wurde: durch stetig wachsenden Bart und die ausgeleierten coolen Pullover. Darf man sich eigentlich derart öffentlich über seinen Gatten belustigen, Frau Kessler? Darf man, findet sie: „Wir können gut über dieselben Sachen lachen.“

Kommt auf cooler Hardware daher

Und ihre Leser auch. Ganz beiläufig hat Katja Kessler womöglich das gefunden, wonach alle im Silicon Valley suchen: eine frische, spannende und unterhaltsame Erzählform, die den Leser so schnell nicht loslässt. Und die auf einer wirklich coolen Hardware daherkommt. Man nennt sie: Buch.

Katja Kessler: Silicon Wahnsinn – Wie ich mal mit Schatzi nach Kalifornien auswanderte. Marion von Schröder Verlag, 448 S., 14,99 Euro