Junger Wilder

Der wilde Blues von Stevie Ray Vaughan kommt einem in den Sinn, wenn die Musik erklingt, oder auch die Gitarrenarbeit eines Jimi Hendrix – jedenfalls darf man diesen Jared James Nichols einen verflucht guten, bluesgeerdeten Rockgitarristen nennen. Ein Stilist der radauigen, explosiven und ziemlich virtuosen Art ist das.

Schon der Auftakt seines neuen Albums, „Playin’ For Keeps“, weht einem ordentlich die Restmatte auf dem Schädel weg. Auch „Can You Feel It?“ ist ein Lied der ordentlich rollenden Sorte. Diverse Preise hat der Junge aus Los Angeles eingeheimst, mit Genregrößen wie ZZ-Top stand er schon auf der Bühne. Er braucht sich also nicht zu verstecken. Übrigens auch nicht an der Dobro: Was er bei „Now Or Never“ (keine Elvis-Coverversion!) hinlegt, ist aller Ehren wert. Wenn’s was zu meckern gibt: Als Sänger ist Nichols ein Guter, aber kein Großer.

Jared James Nichols: Old Glory And The Wild Revival, Listenable / Edel, am 4.5. ist Nichols in der Kölner Kantine

Ungestümer Blues