Interview
Jeanette Biedermann - Von wegen Schnuckelchen!
10.03.2010 | 18:54 Uhr 2010-03-10T18:54:00+0100
Essen. Von der Mattscheibe auf die Popbühne: Für ihre „Solitary Rose”-Tournee hat Schauspielerin und Sängerin Jeanette eigens ihr letztes TV-Engagement gekündigt. Bevor sie am 28.4. auch in Dortmund zum Mikro greift, sprachen wir mit der 29-Jährigen.
Jeanette, die Fans der Serie „Anna und die Liebe” müssen neuerdings ohne dich auskommen: Wie konntest du ihnen das antun?
Jeanette Biedermann: (lacht) Es war ja von Anfang an geplant, dass ich auf Tour gehen werde und dafür aus der Serie aussteige. Jetzt hoffe ich einfach, dass mich alle, die Anna vermissen, auf Tour besuchen kommen.
Bedeutet dein Ausstieg, dass dein Herz doch mehr für die Musik als für die Schauspielerei schlägt?
Jeanette: Das kann man so nicht sagen, denn bevor ich auf Tour gehe, drehe ich noch einen Film. Er heißt „Callgirl Undercover”, ich spiele eine Prostituierte. Also von Anna, dem schüchternsten Mädchen der Welt, zur Prostituierten. Das nenn' ich mal ordentlich!
Kommen wir zu deinem aktuellen Album: Vor einigen Jahren gab's die Rocklady Jeanette, „Undress To The Beat” geht jetzt mehr in Richtung Elektropop und Clubsounds. Wie kam's zum Stilwandel?
Jeanette: Ich finde, ein Album sollte immer ein Zeitdokument sein – und deshalb klingen meine Alben immer verschieden. Wenn ich Songs schreibe, spiegeln sie immer meine jeweilige Lebenssituation. Und die ist bei jedem Album eine andere.
Deine zuletzt erschienene Single heißt „Solitary Rose” – hast du im Text persönliche Erfahrungen verarbeitet?
Jeanette: Ja, absolut. Als ich „Solitary Rose” schrieb, gab es eine Phase, in der ich mich einsam fühlte. Aber in dem Song geht es ja darum, keine Angst davor zu haben, einsam zu sein, und nicht zwangsläufig einen Menschen an seiner Seite haben zu müssen.
Eine Rose ist schön, aber sie hat auch Dornen. Hast du auch Dornen?
Jeanette: (lacht) Ja, ich kann schon auch Dornen ausfahren.
Und wer bekommt deine Dornen zu spüren?
Jeanette: Ich fahre sie eigentlich sehr selten aus. Zu spüren bekommt sie nur, wer mich ganz doll ärgert. Bis ich meine Dornen ausfahre, muss man aber schon sehr viel anrichten.
Auf deiner aktuellen Platte transportierst du ein ganz anderes Image als die Figur der braven Anna. War das wie ein Befreiungsschlag für dich?
Jeanette: Nein, ich hab mich ja nie in irgendwelchen Zwängen befunden. Anna ist eine Rolle, und ich hatte keine Angst, die Leute könnten denken, ich bin so wie Anna. „Undress To The Beat” ist so geworden, weil ich zu dieser Zeit einfach viel unterwegs war und mit Freundinnen gefeiert habe. Ich hatte ein Partyphase, deshalb sind auf dem Album so viele tanzbare Songs drauf. Und Ausgehen und Tanzen, das hat auch immer etwas mit Sexiness und sich gut fühlen zu tun.
Stichwort „sexy” – du bist zuletzt sehr freizügig in Erscheinung getreten. Wo ist bei dir da die Grenze? Nackt im „Playboy”, wäre das möglich?
Jeanette: Ich sag' mal so: Möglich ist alles – es ist immer die Frage, was man zu welcher Zeit möchte. Im Moment würde das jedenfalls nicht in Frage kommen. Meine Vorstellung von Sexiness ist, dass man eben nicht alles sieht. Viel, aber nicht alles. Ich bin aber immer schon eine Künstlerin gewesen, die mit ihren Attributen nicht gegeizt hat. Warum soll eine Frau, die erotisch ist – und das hat nicht immer nur etwas mit Schönheit zu tun, sondern mit Ausstrahlung –, warum soll sie das nicht auch zeigen?
Vor drei Jahren hast du im „Tatort” eine Rocksängerin gespielt. Würde es dich auch mal reizen, den Part der Kommissarin zu übernehmen?
Jeanette: Lieber noch den der Leiche... (lacht)
Das ist schauspielerisch nicht ganz so anspruchsvoll...
Jeanette: Nein, ich wäre ja auch gerne die Gejagte, die erst am Ende stirbt – nicht die Seeleiche, die man gleich am Anfang findet (lacht).
Von dir kursieren verschiedene Spitznamen, z.B. Schnuckelchen oder Miss 1000 Volt. Welchen magst du lieber?
Jeanette: Natürlich den, den ich mal von meinen Eltern bekommen habe: Miss 1000 Volt. Das hat mein Papa immer zu mir gesagt, weil ich als Kind so voller Energie war.
Und wer darf dich Schnuckelchen nennen?
Jeanette: Eigentlich nennt mich niemand Schnuckelchen – außer die Zeitungen... (lacht)
- Jeanette „Solitary Rose Tour”: 22.4. Köln (Essigfabrik), 28.4. Dortmund (FZW). Karten für ca. 26 € gibt's unter Tel. 01805/280123 oder www.derwesten.de/tickets
- Mehr Fotos von Jeanette gibt's hier

23:32
Ist doch auch nen Schnuckelchen .
Ich würde gerne mal dran schnuckeln :-))))
21:55
... das ist wie in der Politik: grosse Klappe und eine gute Gesundheit, das reicht - aber ohne dem gehts nicht. Du würdest wahrsch. nicht mal 6 Monate das Programm durchziehen können wie JB, und dabei immer noch frisch aussehen, ich übrigens auch nicht. Halt ein richtiges Zirkuspferd.
20:24
Karriere gemacht Dank BILD-Casting - und dabei immer nur höchstens! Mittelmaß gezeigt. Als Sängerin und als Schauspielerin. Aber die Mittelmäßigen sind ja der Deutschen liebste Kinder.