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Museum Huelsmann

"Jahrhundert der Comics" - Katzenjammer und komische Enten

21.01.2009 | 00:37 Uhr
"Jahrhundert der Comics" - Katzenjammer und komische Enten

Bielefeld. Das Museum Huelsmann in Bielefeld zeigt die Geschichte des Comics - in der Zeitung. Die Ausstellung dokumentiert die Entstehung und Entwicklung des Mediums Comic seit ihren Anfängen Ende des 19. Jahrhunderts.

Unter dem Titel "Jahrhundert der Comics" widmet sich das Museum Huelsmann noch bis zum 5. April der Geschichte des Comic-Strips. Die Ausstellung dokumentiert die Entstehung und Entwicklung des Mediums Comic seit ihren Anfängen Ende des 19. Jahrhunderts. Zu sehen sind Originalzeichnugen sowie gedruckte Werke der bedeutendsten und populärsten Zeichner, welche die künstlerische Entwicklung des Genres entscheidend beeinflusst haben. Darunter befinden sich Lyonel Feininger ("The Kinder-Kids"/"Wee Willie Winkie´s World"), Winsor McCay ("Tales of the Jungle Imps"/"Little Nemo"), Rudolph Dirks ("The Katzenjammer Kids"), Hal Foster ("Tarzan of the Apes"/"Prince Valiant") und Chester Gould ("Dick Tracy").

Auf Anhieb ein Publikumserfolg

Ausstellung im Huelsmann Museum Bielefeld "Jahrhundert des Comics - die Strip-Jahre". (Ausstellungsplakat, (c) Huelsmann Museum)

Der Comic-Strip war Ende des 19. Jahrhunderts auf Anhieb ein großer Publikumserfolg. In Form von großformatigen und farbigen Beilagen zu den amerikanischen Sonntagszeitungen waren Comics insbesondere bei den Einwanderern beliebt, die noch unsicher in Sprache und Gebräuchen der Neuen Welt waren. "Ausgeschlossen vom bürgerlichen Kulturleben, wurde den Neubürgern mit den Comics eine eigene kulturelle Kommunikationsform geboten", sagt Kurator Dr. Alexander Braun. Nicht wenige der in den USA arbeitenden Zeichner waren selbst Einwanderer. Darunter auffallend viele aus Deutschland oder mit deutschen Wurzeln (u.a. Feininger, Dirks, Knerr).

Bemerkenswert ist das hohe intellektuelle sowie künstlerische Niveau der frühen Comics. Der spätere Bauhaus-Professor und Maler Feininger etwa konzipierte 1906 zwei Serien für die Zeitung "Chicago Tribune". Der Amerikaner Winsor McCay nahm ab 1904 in seinen von Freuds Traumdeutung inspirierten Serien den Surrealismus vorweg. George Herriman erprobte mit seiner Serie "Krazy Kat" lange vor den Comic-Katzen-Stars Felix the Cat und dem legendären Tom aus "Tom und Jerry" über 30 Jahre lang ein fantastisch skurriles Theater "irgendwo zwischen Dada-Subversion und Beckettscher Bühnen-Absurdität".

Die Ausstellung, zu der ein über 200 Seiten starker vierfarbiger Katalog erschienen ist, widmet sich auch den Zeiten der großen Depression und des Zweiten Weltkriegs. In diesen Jahren seien die Comics von immer umfangreicheren und realistischeren Erzählsträngen bestimmt worden, die den Leser an möglichst exotische Orte und in fantastische Welten entführten. Damals entstanden auch die bis heute unvergesslichen Abenteuer von "Tarzan" (Foster, 1929), "Flash Gordon" (Alex Raymond 1934) oder "Prinz Eisenherz" (Foster, 1937). Nach Angaben des Kurators war zu dieser Zeit "alles, was von der Tristesse des Alltags ablenkte, willkommen".

Superman gegen die Nazis

Die Schau dokumentiert aber auch, dass der Comic mehr als Eskapismus zu bieten hatte. Auch vor klaren politischen Statements schreckte er nicht zurück. So zogen während des Zweiten Weltkriegs etwa Carl Barks´ Donald Duck und Superman von Jerry Siegel/Joe Shuster gegen die Nazis ins Feld. Ab 1964 spritzte "The Wizard of Id" von Johnny Hart und Brant Parker, in mittelalterliche Kostüme gesteckt, seine satirische Tinte auf die Westen der Mächtigen, und Dik Brownes "Hägar, der Schreckliche" tat es ihm ab 1973 gleich - im Wikingergewand und auch in Ihrer NRZ.

Öffnungszeiten: Di-Sa: 14-18 Uhr, So: 11-18 Uhr

Internet: www.museumhuelsmann.de

Andreas Rehnolt

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