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In meinem Himmel

18.02.2010 | 11:08 Uhr
In meinem Himmel. © Paramount Pictures
In meinem Himmel. © Paramount Pictures

Die Romanverfilmung einer Geschichte zwischen Realität und Jenseits.

Jack und Abigail Salmon sowie deren Tochter Lindsey und kleiner Sohn Buckley sind keine glückliche Familie mehr, denn die 14-jährige Susie, ihre Älteste, ist einem schrecklichen Verbrechen zum Opfer gefallen. Zwar fehlt lange Zeit noch die letzte Gewissheit über die Ursachen des plötzlichen Verschwindens des lebenslustigen Mädchens, doch nichts spricht für ein glückliches Ende. Jack geht mit der Katastrophe anders um als seine Frau Abigail, die sich mehr und mehr in ihrer unendlichen Trauer einschließt.

Info
In meinem Himmel

Kinostart 18. Februar 2010

Regie: Peter Jackson

Darsteller: Mark Wahlberg, Rachel Weisz, Susan Sarandon, Stanley Tucci, Michael Imperioli, Saoirse Ronan, Rose McIver und andere

Keiner der verzweifelten Salmons ahnt, dass aus einem geheimnisvollen Zwischenreich zwischen Realität und Jenseits die von einem sadistischen Nachbarn ermordete Susie ihre Lieben beobachtet. Diese Geschichte ist der Inhalt des 2002 erschienenem Romanbestsellers "Wie im Himmel" der amerikanischen Autorin Alice Sebold sowie nun auch die Handlung der Thrillertragödie von Peter Jackson, die ab dem 18. Februar auf die deutschen Leinwände kommt. Dem neuseeländischen Schöpfer der weltweit so erfolgreichen Verfilmung der "Herr der Ringe"-Trilogie ist erneut ein außergewöhnlicher Film gelungen.

In 136 Minuten Laufzeit gelingt es nämlich Jackson, die Zuschauer in den Bann einer Geschichte zu ziehen, die niemanden unberührt bleiben lässt. Dafür sorgt nicht nur das erschütternde Schicksal der Salmons, die den Verlust ihres geliebten Kindes ertragen müssen, sondern auch die großartige Besetzung der Rollen, allen voran die inzwischen 15-jährige Saoirse Ronan als Susie. Diese sommersprossige Jungschauspielerin, die schon in einigen Filmen zu sehen war, rührt mit ihrem unkomplizierten, dabei aber sensiblen Spiel im Diesseits wie im Jenseits alle Herzen.

Fast immer geglückte Balance von Realität und Fantasie

Susie zwischen Realität und Jenseits. © Paramount Pictures

Mark Wahlberg als Vater Jack, Rachel Weisz als Mutter Abigail, Susan Sarandon als sehr unkonventionelle Großmutter Lynn und auch Stanley Tucci als schmieriger Mörder George Harvey stehen der Leistung von Saoirse Ronan nicht viel nach. Bewundernswert ist allerdings, wie es Jackson und seinen drei weiblichen Mitautorinnen des Drehbuchs gelingt, die magischen und surrealen Elemente der Romanvorlage von Alice Sebold visuell umzusetzen. Dabei streift und übertritt der Regisseur zwar einige Male die Grenze zum Kitsch, wenn er das tote Mädchen durch unwirklich erscheinende Traumlandschaften streifen lässt. Doch hält Jackson fast immer sehr gekonnt die Balance zwischen Realität und optischer Fantasie.

Alle Szenen, die in Susies Totenreich spielen, wurden auf der Südinsel von Jacksons neuseeländischer Heimat gedreht, die an vielen Stellen der Vorstellung eines jenseitigen Paradieses sehr nahe kommt. Vom landschaftlichen Zauber dieser grandiosen Landschaften am Ende der Welt haben Jackson und das Publikum auf der ganzen Welt schon in den drei "Herr der Ringe"-Filmen profitiert, nun also abermals. Die Szenen in der realen Welt dagegen wurden von der Kamera in jenem US-Bundesstaat Pennsylvania festgehalten, in dem die Autorin Sebold lebt. Es war das erste Mal, dass Jackson in den USA drehte.

Produzentin Carolynne Cunningham erinnert sich: "Es fühlte sich einfach richtig an, hier zu filmen, es war kalt, dunkel und winterlich - was uns in die perfekte Stimmung für die Story versetzte." Nach den Großprojekten "Herr der Ringe" und "King Kong" hat Peter Jackson mit seinem neuen Werk "In meinem Himmel" wieder einen kleineren, intimeren, aber keineswegs bescheidenen Film gemacht. Denn in den Mittelpunkt der Handlung ein ermordetes junges Mädchen zu stellen, über dessen Schicksal und seinen Verursacher schon bald kein Zweifel besteht, ist riskant - Kinohelden sehen gewöhnlich anders aus.

Trotz einiger Ausrutscher bei der Jenseits-Darstellung in fragwürdig esoterische Sphären ist es dem Kinogenie Jackson abermals gelungen, mehr als zwei Stunden vor der Leinwand zu einem ganz besonderen Erlebnis zu gestalten, dessen Bilder nicht so bald aus dem Kopf gehen. (ap)

DerWesten

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