"Ich liebe mich!"
16.07.2008 | 18:19 Uhr 2008-07-16T18:19:00+0200
Michael Wendler ist aus Dinslaken, von durchschnittlicher Attraktivität und ein Mann, der von sich selbst am liebsten in der dritten Person spricht. Zudem ist der 36-Jährige seit seinem Klopfer „Sie liebt den DJ” Deutschlands sowohl populärster wie polarisierendster Schlagerstar.
Herr Wendler, erklären Sie doch bitte mal in zwei Sätzen das Phänomen „Wendler”.
Wendler: Der Wendler ist Discofox bis zum Abwinken. Dieser Linie bin ich treu, seitdem ich Musik mache. Ich selber habe mir immer gewünscht, dass es so einen gibt wie den Wendler – der ein Album rausbringt, auf dem zu 99,9 Prozent Discofox drauf ist. Deshalb ist es gut, dass es mich gibt.
Das dürften wohl viele Menschen von sich behaupten...
Michael Wendler live:
20.9. Oberhausen (KöPi-Arena)
29.11. Recklinghausen (Schlagernacht, Paulaner Club).
„Große Schlagerparty” mit Michael Wendler, Jörg Bausch u.a.:
17.10. Herne (Kulturzentrum)
28.2.2009 Oer-Erkenschwick (Stadthalle)
Karten (ca. 20-39 €) gibt's in unserem TICKET-SHOP, unter 01805/280123 oder www.DerWesten.de/tickets
Weitere Termine unter: www.michaelwendler.de
Wendler: Eben nicht. Den Deutschen fehlt es total an Selbstbewusstsein. Ich hingegen habe immer gesagt: „Ich liebe mich!” Viele Menschen haben Selbstzweifel, mit sich selbst ein Problem. Diesen Leuten will ich helfen, an sich zu glauben. Mit der Musik ist es genauso: Niemandem muss es peinlich sein, Michael Wendler zu hören. Die Art, wie ich Songs schreibe und die Titel verpacke, ist neu. Das ist nicht mehr der konservative Radioschlager, bei dem die meisten sich zu Recht den Finger in den Hals stecken.
Trotzdem blühen moderne Schlagerstars wie Sie oder Andrea Berg eher im Verborgenen. Wie kommt das?
Wendler: Viele hören mich heimlich, würden im Freundeskreis nie zugeben, auf Schlager zu stehen. Das war ja auch lange ein Tabuthema. Man wurde in der Schule ausgelacht, wenn man sagte: „Ich höre Wendler.” Das hat sich aber gedreht. In meine Konzerte kommen auch 15-Jährige. Pop-Schlager ist plötzlich angesagt. Ist ja immer so: Irgendwann setzt sich der Außenseiter durch. Und ich bin eine tolle Alternative zu Tokio Hotel.
Sie sind gelernter Speditionskaufmann – was ja an sich etwas sehr Solides ist...
Wendler: Das ist richtig. Aber dann habe ich mich entschieden, hauptberuflich Musik zu machen. Am Anfang war das sehr schwer. Alles, was ich einnahm, habe ich gleich wieder in die Marke Michael Wendler investiert – in Werbemaßnahmen und Aufnahmen. Aber als ich die Arena Oberhausen erstmals mit über 10 000 Leuten gefüllt hatte, fingen die Firmen an, sich um mich zu kloppen.
Was ist der Wendler abseits der Bühne für ein Mensch?
Wendler: Ich setze mir keinen anderen Kopf auf, wenn ich mit dem Auftritt fertig bin. Ich bin der, der ich bin. Viele Künstlerkollegen schlüpfen in andere Rollen: Michelle zum Beispiel ist an dieser Rolle zerbrochen, Rex Gildo ebenfalls.
Wie gehen Sie mit den Verehrerinnen im Publikum um?
Wendler: Vor zwei, drei Jahren noch kamen ausschließlich Frauen zu mir in die Konzerte. Kerle fanden den Wendler damals scheiße. Seit letztem Jahr kommt es mir aber fast so vor, als wenn mehr Typen vor der Bühne stehen als Frauen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Kerle mitbekommen haben: Die schönsten Frauen sind beim Wendler.
Sind die schönsten Frauen anschließend beim Wendler auch auf dem Hotelzimmer?
Wendler: Die Mädels bieten sich schon sehr, sehr an. Für mich ist das aber kein Thema. Professionelle Politik. Ich nutze das nicht aus. Außerdem habe ich eine Freundin und eine sechsjährige Tochter.
Haben Sie Vorbilder?
Wendler: Peter Alexander war für mich ein großartiger Künstler. Der hat wahnsinnig viele Facetten, im ganzen Bereich des Entertainments. So einer bin ich auch. Wendler ist kompatibel für alle Formate. In meinen Konzerten fessele ich die Leute drei Stunden lang. Mit einer Mega-Bühnenshow. Wir haben Feuerwerk, wir haben Tänzerinnen – wir machen richtig Hollywood.
Haben Sie überhaupt noch Zeit, Ihr Geld auszugeben?
Wendler: Wenn nicht ich, dann meine Freundin. Ich bin aber auch jemand, der von ganz unten kommt. Wegen dieser Erfahrung kann ich mit der jetzigen Situation sehr gut umgehen. Ich bin ein sparsamer Mensch, der weiß, dass es mit seiner Karriere auch schon in ein paar Jahren vorbei sein kann. Ich will nicht mit über 60 noch am Ballermann auftreten. Das überlasse ich Jürgen Drews.
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