Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Alanis Morissette

"Ich bin zu perfekt"

28.05.2008 | 17:36 Uhr
"Ich bin zu perfekt"

Die 33-jährige Kanadierin spricht im freizeit-Interview über ihr neues Album ("Flavors Of Entanglement", erscheint 30.5.), Trennungsschmerz, Party-Girls - und eine neue Liebe.

Schon mehr als zehn Jahre ist es her, dass Alanis Morissette mit ihrem Album „Jagged Little Pill“ und Hits wie „Ironic” oder „You Oughta Know” Musikgeschichte geschrieben hat. Den Übererfolg jener Platte konnte die 33-Jährige nie wiederholen, doch auch so bleibt die gebürtige Kanadierin gut im Geschäft. Von sich reden macht sie auch mit ihren Liebschaften, die sie gern in Songs aufarbeitet. Auf dem Album „Flavors of Entanglement“ lässt sie sich über ihre Beziehung zu Schauspieler Ryan Reynolds aus. Der ist inzwischen mit Scarlett Johansson zusammen – und auch Morissette ist nicht länger allein, wie sie Steffen Rüth verriet.

Alanis, seit dem letzten Album sind vier Jahre vergangen. Eine künstlerische Auszeit?

Alanis: Es sieht so aus, als wäre ich für eine Weile verschwunden gewesen, aber ich habe mich weiterhin künstlerisch ausgedrückt. Bloß ohne Anteilnahme der Öffentlichkeit.

Was hast du denn gemacht?

Alanis: Ich habe Schmuck entworfen, bin viel gereist. Und habe mich meinem Leben als solchem gewidmet, das ja ziemlich auseinanderzufallen drohte. Oder, was die Beziehung zu meinem Ex-Freund betrifft, ja auch auseinandergefallen ist (lacht).

Das klingt traurig.

Info
Alanis Morissette live

10.7. in Köln, Open Air am Tanzbrunnen,

Karten (52,45-59,35 €) gibt es in unseren TICKET-SHOPs, 01805/280123, www.DerWesten.de/tickets

Alanis: Das war es auch. Echt übel. Aber jetzt ist es wieder großartig, wirklich wahr! Phönix ist offiziell aus der Asche emporgestiegen.

Inwiefern geht's dir jetzt besser?

Alanis: Ich habe Klarheit darüber bekommen, was für mich in einer Beziehung funktioniert und was nicht. Ich war echt ziemlich unten. Und ich musste diese Beziehung verlassen. Sie hat mich nicht mehr bereichert, sie hat mich behindert. Zwischen uns lief alles nur noch automatisch ab, ohne Liebe. Irgendwann war mir klar, dass es nicht mehr geht.

Fällt es dir leicht, dein Privatleben so auszubreiten?

Alanis: Naja, ich schreibe halt immer auf, was mich bewegt. Früher hatte ich dazu Tagebücher, heute mache ich das in meinen Songs. Und dann bin ich gern bereit, meine Erfahrungen und Gedanken zu teilen. Das bringt mir auch etwas.

Im Song „Torch” hat man den Eindruck, nach all den wütenden Liedern zuvor wie „Versions Of Violence” oder „Straitjacket” fängst du an, den Kerl zu vermissen.

Alanis: (lacht) Ja, ich erkenne, dass es mit der Hochzeit nichts wird – und bin traurig. So läuft das ja immer bei einer Trennung. Man durchläuft Stadien wie Wut, Trauer, Verzweiflung und Akzeptanz.

Im Stück „Moratorium“ verkündest du, dass du nun eine Beziehungs-Pause einlegen willst. Wie lange soll die dauern?

Alanis: Ich habe ein ganzes Jahr liebesfrei genommen. Das hat mir gut getan.

Moment. Ihr habt euch im Februar 2007 getrennt. Jetzt ist Mai. Das heißt, du bist wieder verliebt?

Alanis: (lacht) Ja. Oh ja, ich bin wieder mit jemandem zusammen. Es ist toll, anders als sonst. Ich bin glücklich. Glücklicher als früher.

Willst du mal Kinder?

Alanis: Ja, das wäre cool, so mit Ende 30.

Gehst du in Hollywood viel aus?

Alanis: Nein. Worüber soll ich mich mit einer Lindsay Lohan auch unterhalten? Obwohl: Vielleicht wäre das eine Idee. Deren Problem ist, dass sie sich nicht disziplinieren kann. Und ich tue mich schwer, locker zu sein. Ich bin einfach zu perfekt. Seit ich mit elf meine erste Platte gemacht habe, gab's weder Drogen noch schlechtes Benehmen. Da könnte jeder etwas vom anderen lernen (lacht).

Trinkst du denn nie?

Alanis: Doch. Auch Alanis ist mal besoffen. Bloß ist sie dann nicht so blöd und fährt Auto.

Steffen Rüth



Kommentare
Aus dem Ressort
Achenbachs Frau klagt wegen Kunstwerken gegen Albrecht-Erben
Kunsthandel
Im November wird sich erstmals ein Gericht mit den Betrugsvorwürfen gegen Kunstberater Helge Achenbach beschäftigen. In einem weiteren Zivilprozess am gleichen Tag fordert die Frau von Achenbach von den Albrecht-Erben vier Kunstwerke im Gesamtwert von 530.000 Euro zurück.
Larissa Kastein tritt bei Flic Flac in Oberhausen auf
Cirkus
Larissa Kastein ist ist ein richtiges Kind des Circus. Als Tochter von Benno Kastein, einst einer der Gründer von Flic Flac und heute der Chef des Unternehmens, ist sie im Circus aufgewachsen. Die Akrobatin trat im Alter von fünf Jahren zum ersten Mal in der Manege auf.
Wie Ulla Hahn als Arbeiterkind zu den '68ern kam
Literatur
Ulla Hahn hat ihren autobiografischer Roman fortgesetzt, der 2002 mit dem Bestseller „Das verborgene Wort“ begann, mit dem ebenfalls gut verkauften „Aufbruch“ 2009 fortsgesetzt wurde. Nun ist Teil 3 erschienen: „Spiel der Zeit“ umkreist die Studienjahre der Schriftstellerin in Köln bis zum Jahr...
"Helenisierte" Fans fiebern Konzert in Oberhausen entgegen
Helene Fischer
Am Dienstag und Mittwoch beginnen in der Oberhausener Arena die Festspiele von Goldkehlchen Helene Fischer: Die beiden Shows ihrer „Farbenspiel“-Tournee sind mit 20.000 Fans längst ausverkauft. Im Internet kosten Karten bis zu irrwitzige 300 Euro. Wie Fans der Sängerin trotzdem nah kommen.
Star der Generation Langspielplatte – Udo Jürgens wird 80
Geburtstag
Der Sänger, Komponist, Pianist und Entertainer feiert am Dienstag seinen achtzigsten Geburtstag. Man sieht ihm das Alter nicht an. Der Mann ist fit wie nie. Und seine Lieder sind unvergessen. Die Generation Langspielplatte feiert ihn nun schon fast seit einem halben Jahrhundert.
Umfrage
Essen testet jetzt, ob nächtliches Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen etwas für den Lärmschutz bringt. Was halten Sie davon?
 
Fotos und Videos