Horrorfilme im Museum

Die Lust am Dunklen, am Grusel, ist uns in die Wiege gelegt; Hexe, Troll und Ungeheuer begleiten den Menschen seit Jahrhunderten. Dies zeigt derzeit das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg in einer Sonderschau: Monster vom Mittelalter bis in die Moderne, in Ölbildern und Videoinstallationen.

Doch was im normalen Alltag kaum noch einen Zuschauer hinterm Sofakissen zittern lässt – nämlich einige Ausschnitte aus Horrorfilmen –, macht den Nürnbergern nun Ärger. Was, wenn Minderjährige die Filme sehen? Nun soll eine schützende Wand die Installation abschirmen, sollen Warnungen die Generation U 18 schützen.

Ob das wirklich notwendig war? In Dortmund war eben jene Videoinstallation unlängst Teil der „Unterwelten“-Schau. Vielleicht ist der Mensch im Ruhrgebiet härter gesotten – Beschwerden gab es jedenfalls keine. Oder will uns die Museumsdebatte zeigen, dass Video-Monster tatsächlich grauslicher sind als Öl-Monster? Dann müssten wir übers alltägliche Fernsehprogramm aber noch mal neu nachdenken: Und über das, was unsere Kinder dort sehen (können).