Horoskop mal anders
13.09.2009 | 12:42 Uhr 2009-09-13T12:42:00+0200
Essen. Wie die Chancen in der Liebe stehen, ob sich beruflich etwas ergeben könnte, und wie es allgemein ums Wohlbefinden bestellt ist – Woche für Woche verrät es der freiberufliche Astrologe Maximilian Buddenbohm in seinem Weblog auf DerWesten. Doch Vorsicht: Wer’s glaubt, wird nicht immer selig.
Gut zu wissen, was die kommende Woche für einen bereithält. So kann man vorher schon sagen, ob sich das Aufstehen überhaupt lohnt, oder ob man besser gleich im Bett bleibt. Ein zuverlässiges Horoskop ist da eine echte Lebenshilfe. Wer würde schon auf die Idee kommen, den Chef nach einer Gehaltserhöhung zu fragen, wenn die Sterne kein glückliches finanzielles Händchen prophezeien? Geld in der Disco verbraten, wenn einem sowieso kein Liebesglück beschieden ist? Oder überhaupt das Haus verlassen, wenn der große Bär in einer unheilvollen Konstellation zur Venus steht?
Zugegeben, der Autor dieser Zeilen glaubt nicht wirklich an Horoskope. Seines (Tierkreis-)Zeichens Stier, weiß er zwar eine ganze Menge über das Sternbild, in dem er geboren wurde, aber das liegt eher an den unzähligen Stiertassen, Stierbüchlein, Stierpergamentrollen, Stier-Platzdeckchen und Stierkalendern, die man im Laufe eines Stierlebens so geschenkt bekommt. Er weiß, dass einige Eigenschaften, die man Stieren zuschreibt, auf ihn zutreffen; er weiß jedoch auch, dass einige dies ganz gewiss nicht tun. Vor allem aber weiß er, dass ebendies auch bei jedem anderen Sternzeichen der Fall wäre. Und dennoch: Wenn er darüber stolpert, liest er gern mal sein Horoskop.
Ob man sie glaubt oder nicht - gelesen werden sie trotzdem
Damit steht er übrigens nicht allein da. Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hat 2001 ergeben, dass immer mehr Menschen Horoskope lesen. Insgesamt 77 Prozent der Befragten gaben an, dass sie regelmäßig oder zumindest hin und wieder Horoskope lesen würden. Zum Vergleich: 1982 bekundeten dies gerade mal 50 Prozent der Befragten. Das eigentlich Erstaunliche dabei ist aber, dass lediglich 26 Prozent der Frauen und 11 Prozent der Männer angaben, Horoskope seien etwas, womit man sich ernsthaft beschäftigen sollte.
Man muss also nicht unbedingt an Sternzeichen glauben, um Horoskope zu lesen. Man kann es auch einfach zum Vergnügen tun. Um morgens optimistisch in den Tag zu starten, weil dieser angeblich unter einem guten Stern steht. Oder um am Ende eines verkorksten Tages alles auf die missgünstigen Gestirne schieben zu können. Das interessante an Horoskopen ist, dass man sie bei Nichteintreffen direkt wieder vergisst, sobald sie sich aber bewahrheiten man zumindest kurz ins Zweifeln kommt, ob an dem Ganzen nicht doch zumindest ein Fünkchen Wahrheit sein könnte - so wie bei einem Wetterbericht: Von Experten angefertigt, und doch nicht immer zutreffend.
Zukunft bei DerWesten - Das erfrischend andere Horoskop
Ein solcher Experte für die karmatöse Wetterlage ist bei DerWesten Maximilian Buddenbohm alias "Merlix". Der Controller und freiberufliche Astrologe ist eine feste Institution bei DerWesten und erstellt für sein Weblog „Das einzig wahre Wochenhoroskop“ quasi seit der ersten Stunde jeden Freitag einen astrologischen Wochenausblick der etwas anderen Art. Wer hier die üblichen „Alles wird gut“-Versprechungen erwartet, wie man sie aus Glückskeksen oder zufallsgenerierten Horoskopsparten kennt, wird schnell eines Besseren belehrt. Schonungslos und mit einer satten, bisweilen schon an Schadenfreude grenzenden Portion Sarkasmus gibt Merlix dem Leser einen Vorgeschmack auf das, was die Launen des Schicksals in der kommenden Woche bereithalten. Mal lakonisch (Liebe hui, Rest pfui!), mal kryptisch (Passen Sie auf, die Woche wird sehr, sehr speziell!), mal zynisch (Studieren Sie die Leiden der Anderen. Das lenkt Sie von den eigenen ab!), doch stets mit Humor, Kreativität und einem Augenzwinkern serviert - so macht dieses etwas andere Horoskop selbst dann Spaß zu lesen, wenn's mal gerade nicht so gut für einen läuft. Sogar die Prognosen für andere Sternzeichen liest man hier gern mit. Und falls die Aussichten mal richtig finster ausfallen, kann man sich immer noch über die Kommentarfunktion beim Urheber beschweren. Eine Leseempfehlung auch für diejenigen Zeitgenossen, welche die staubtrockenen Horoskope aus Tageszeitungen in der Regel gelangweilt überblättern. Denn ob man’s glaubt oder nicht: Langweilig sind bei diesem Horoskop wenn überhaupt die Aussichten.
So etwa derzeit beim Sternzeichen Stier. Da das Merlix-Horoskop dem leidgeprüften Stier nunmehr seit sechs Wochen schon nur drögen Alltag prophezeit, stand ursprünglich auch dieser Artikel unter einem, na sagen wir „nicht gerade guten Stern“. Dass die Kritik nun aber doch recht gnädig ausfiel, dürfte hoffentlich auch das Orakel etwas gnädig stimmen und beim nächsten Mal wieder etwas Erfreulicheres aus dem Firmament lesen lassen...! Es wird sich zeigen. Bis dahin heißt es für Stiere aber wieder einmal: „Business as usual – und dann ist auch alles OK.“
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