Hockenheim: 200 000 feiern Böhse Onkelz

Hockenheim..  Immer wieder schallt es von den Rängen: „Oh, wie ist das schön“, und die Band, die einmal unter Rechtsextremismus-Verdacht stand, ist regelrecht ergriffen. „Das heute Abend ist groß“, sagt Bassist und Texter Stephan Weidner noch zu Anfang.

Groß ist am Hockenheimring beim Konzert der Böhsen Onkelz („Gehasst, verdammt, vergöttert“) vor allem die Masse der Fans. Und ihre Textkenntnis. Sänger Kevin Russell müsste eigentlich kein Wort herausbringen – das übernehmen die Onkelz-Anhänger, von denen rund 100 000 zum ersten einer ganzen Auftrittsserie von vier Abenden gekommen sind. Und wenn es keinen Text gibt, singen die Fans Gitarren-Riffs.

Zwei Wochenenden lang will die umstrittene Band, die 2014 nach zehn Jahren Funkstille ein furioses Comeback feierte, am Hockenheimring unter dem Motto „Böhse für’s Leben“ (inklusive Deppen-Apostroph) rocken: Insgesamt sollen bis zum letzten der vier Auftritte am 27. Juni rund 350 000 Fans kommen. Am Sonntag sprach die Polizei von 200 000 Besuchern am ersten Wochenende und einem weitgehend reibungslosen Verlauf der Veranstaltung – abgesehen von Verkehrsproblemen und über 60 Straftaten. Allerdings verunglückte ein Besucher auf dem Heimweg tödlich.