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Hochspannung garantiert - auf der Emscherinsel

11.08.2009 | 10:59 Uhr
„Elektrisierend” ist die Ausstellung betitelt, mit der sich das Museum Strom und Mensch im Umspannwerk Recklinghausen vom  14. März bis 5. September kommenden Jahres der „Werbung für Strom von 1890 bis 2010” widmet. © Umspannwerk Recklinghausen
„Elektrisierend” ist die Ausstellung betitelt, mit der sich das Museum Strom und Mensch im Umspannwerk Recklinghausen vom 14. März bis 5. September kommenden Jahres der „Werbung für Strom von 1890 bis 2010” widmet. © Umspannwerk Recklinghausen

Recklinghausen. Das Eiland zwischen Recklinghausen und Herne wird 2010 zum Eiland für Kunst und Kultur: Im Umspannwerk Recklinghausen steht der Kulturhauptstadtteil unter Strom.

Sie sind reif für die Insel? Dann wird Sie das Emscher-Eiland auf der Stadtgrenze zwischen Recklinghausen und Herne, zwischen Fluss und Rhein-Herne-Kanal, im wahrsten Sinne des Wortes elektrisieren. Denn dort, am Ufer des Flusses, steht mit dem Recklinghäuser Umspannwerk das größte Strommuseum Deutschlands – und das wird im Kulturhauptstadtjahr 2010 jede Menge Energie für das Projekt „Emscherkunst” liefern. Hochspannung garantiert.

„Kunst und Kultur sind unerschöpfliche Energiequellen”, sagte darum gestern auch Oliver Scheytt, Geschäftsführer von 2010, im Recklinghäuser Strommuseum. Das dokumentiert seit 2000 die Geschichte der Elektrizität und wird sich im nächsten Jahr als leuchtende Drehscheibe für die Industriekultur präsentieren. Dann, wenn sich die insgesamt 34 Kilometer lange Emscherinsel bis zum 5. September in „Eine Insel für die Kunst” verwandelt.

Werbung für Strom ab 1890

Freude bringt ein Elektroherd: Um historische Werbung geht's ab 14. März 2010 im Recklinghäuser Strommuseum. © Umspannwerk Recklinghausen

Als Insel-Anrainer wird das Haus an der Uferstraße neben zahlreichen Einzelveranstaltungen zwei große historische Ausstellungen zeigen. Mit Unterstützung von RWE und Emschergenossenschaft gibt sich das Museum „Elektrisierend” (14. März bis 5. September). Die Schau widmet sich der „Werbung für Strom von 1890 bis 2010”. Dafür mussten sich die Werbestrategen nämlich stets den Kopf zerbrechen. Keine Farbe, keine Form, kein Geruch, kein Geschmack. Wie man das Produkt Strom dennoch werbeträchtig zu verkaufen versuchte, zeigen alte Prospekte, Plakate und Filme.

Mit nostalgischen Zeichnungen und gestelzten Sprüchen wie „Mutter hat jetzt Zeit für uns, denn sie kocht elektrisch!” oder „Erprobt – bewährt: Elektroherd” dokumentiert das Werbematerial, wie im Laufe der Jahrzehnte aus einem Luxusgut ein Massenprodukt wurde. Die Ausstellung spannt zudem auch den Bogen von der Reklame für Strom hin zur Werbung für Energieeffizienz.

Revier unter Strom

Ab 3. Oktober 2010 (bis 30. Januar 2011) steht das „Revier unter Strom”, zumindest im Umspannwerk. Dann dokumentieren rund 200 bisher unveröffentlichte Fotografien aus Archiven und Museen der Region die Elektrizitätsgeschichte des Ruhrgebiets.

Am Fuße des Museums liegt Recklinghausens kleiner Stadthafen. Dort werden Studenten der Kunstakademie Münster ab 29. Mai ihr „Basiscamp” aufschlagen und Kunst vor Ort gestalten. Auf der Emscherinsel, gleich gegenüber dem Museum und schon auf Herner Stadtgebiet, wird die Frankfurter Künstlerin Silke Wagner den Faulturm einer alten Kläranlage mit einem monumentalen Mosaik verzieren. Die Macher von Ruhr 2010 stehen ohnehin schon lange unter Strom. Oliver Scheytt: „Aber wir haben zurzeit einen super Lauf. 196 Projekte stehen, über 95 Prozent der Mittel sind da.”

Elisabeth Höving

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